Datum21.11.2025 16:30
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Elbtal bereiten sich Winzer auf die seltene Eisweinlese vor, da frostige Temperaturen um minus acht Grad vorhergesagt sind. Das Weingut Drei Herren beginnt die Ernte um 4.30 Uhr, während Schloss Proschwitz von 5.00 bis 8.00 Uhr erntet. Winzer betonen, dass echte Eisweinlesen rar geworden sind, da milde Winter die Bedingungen erschweren. 2024 gab es in Sachsen keinen Eiswein aufgrund früherer Frostschäden. Eiswein gilt als hochwertiger, edelsüßer Wein, der bei mindestens minus sieben Grad erzeugt wird.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Rarität aus dem Weinberg“. Lesen Sie jetzt „Winzer im Elbtal lesen Eiswein“. Die Winzer im Elbtal bereiten sich auf die Lese einer seltenen Spezialität vor: Am frühen Sonntagmorgen soll es frostig genug werden, um Trauben für Eiswein ernten zu können. Die Wetterprognosen sagen von Sonnabend auf Sonntag strengen Nachtfrost um die minus acht Grad voraus. Das Weingut Drei Herren will am Boselberg in Coswig zur traditionellen Eisweinlese ausrücken. Die Helfer müssen dafür früh aufstehen. Die Ernte solle um 4.30 Uhr beginnen, wenn die Trauben fast vollständig durchgefroren sind, teilte das Weingut mit. "Eine echte Eisweinlese ist inzwischen ein seltenes Geschenk", erklärte Außenbereichsleiter Tom Tzschoppe. "Durch die immer wärmeren Winter sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir solche Temperaturen überhaupt erreichen." Auch Schloss Proschwitz hat Trauben für den Eiswein hängen lassen - und will am Sonntagmorgen von 5.00 Uhr bis 8.00 Uhr in Rottewitz ernten. Es handele sich dabei um die Königin der Rebsorten - den Riesling, sagte Betriebsleiter Björn Probst. Dieser eigne sich wegen seines Säurepotenzials sehr gut für Eiswein. Es werde "eine sehr begrenzte Menge" der Rarität hergestellt. "Wenn wir 500 Kilogramm ernten bei einem Auspressgrad von unter 50 Prozent, dann landen wir vielleicht bei 200 Litern", sagte Probst. Im Staatsweingut Schloss Wackerbarth seien dagegen allen Trauben schon regulär geerntet worden, sagte Sprecher Martin Junge. Der Eiswein sei immer wie eine Lotterie - und man habe sich diesmal dagegen entschieden, auf die Spezialität zu setzen. Lediglich die Auszubildenden des Staatsweingutes hätten ein kleines Eiswein-Projekt. Dabei kämen einige wenige Flaschen heraus. Vom vorherigen Jahrgang 2024 hatte es in Sachsen keinerlei Eiswein gegeben. Das lag an der dürftigen Ernte nach Frostschäden im Frühjahr - die Winzer hatten die geringen Mengen komplett für ihre Qualitätsweine genutzt. Eiswein gilt bei Weinkennern als Rarität. Für seine Herstellung ist Kälte von mindestens minus sieben Grad die Voraussetzung. Die gefrorenen Trauben werden geborgen und umgehend ausgepresst. Das Ergebnis ist ein hochwertiger, edelsüßer Wein. Eine Eisweinlese muss bis zum 28. Februar des jeweiligen Erntejahres erfolgen. Danach dürfen laut Weingesetz keine Trauben mehr für die Eisweinproduktion verwendet werden, auch wenn die Temperaturen noch passen würden. Dass es schon im November frostig genug für eine Eisweinlese ist, sei ungewöhnlich, sagte der Betriebsleiter von Schloss Proschwitz. Nachdem die Saison mit sehr wechselhaftem Wetter zu Ende gegangen sei, sei dies sehr positiv. Bis Januar hätten sich Trauben diesmal nicht gehalten, sagte Probst. © dpa-infocom, dpa:251121-930-323862/1