Datum02.06.2026 09:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRKurz vor der Fußball-WM setzte die mexikanische Polizei Tränengas gegen protestierende Lehrer ein, die in Mexiko-Stadt eine bessere Bezahlung forderten. Die Demonstranten versuchten, Zugang zu einer Fanzone am Zócalo-Platz zu erlangen, wo ein großes Fan-Fest geplant ist. Es kam zu Auseinandersetzungen, bei denen pyrotechnische Gegenstände eingesetzt wurden und mindestens drei Personen verletzt wurden. Die Lehrer drohen mit weiteren Protesten während der WM, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden.
InhaltKurz vor Beginn der Fußball-WM haben in Mexiko-Stadt Zusammenstöße zwischen der Polizei und demonstrierenden Lehrkräften für Aufsehen gesorgt. Letztere wollten sich Zugang zu einer im Aufbau befindlichen Fanzone verschaffen. Zehn Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist die Polizei in Mexiko mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen. Der gewaltsame Einsatz erfolgte laut Berichten von AFP-Korrespondenten am Montag bei Protesten von Lehrern, die in der Hauptstadt Mexiko-Stadt eine bessere Bezahlung forderten. Die Protestierenden schossen daraufhin Feuerwerkskörper auf die Einsatzkräfte ab. Mit dem Tränengas-Einsatz sollte offenbar verhindert werden, dass die Demonstranten zum zentralen Zócalo-Platz vordringen, wo während der WM ein großes Fan-Fest geplant ist. Die Fanzone mit riesiger Leinwand liegt in unmittelbarer Nähe zum Regierungspalast, sie wird bereit seit Tagen aufgebaut. Bei der Demonstration am Montag durchbrachen einige Lehrer die Metall-Absperrung um den Platz. Daraufhin setzte die Polizei Tränengas ein. Der mexikanischen Tageszeitung "El Universal" zufolge seien bei der Demo mindestens drei Personen verletzt worden. "Diese Veranstaltung muss abgesagt werden", forderte der Gewerkschaftsvertreter Filiberto Frausto mit Blick auf das Fan-Fest. "Unser Anliegen sollte viel wichtiger sein als ein bisschen Ablenkung und Spaß." Ein Teil der Lehrergewerkschaft CNTE hatte den Marsch organisiert und auch bereits damit gedroht, während der WM "Millionen" von Lehrern und Lehrerinnen zu mobilisieren und in die Hauptstadt zu bringen, falls die Regierung ihre Forderungen nach Gehaltserhöhungen und neuen Verhandlungen über das Rentensystem nicht erfüllt. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte noch am Montagmorgen erklärt, dass ihre Regierung den Dialog mit den Lehrkräften aufrechterhalte. "Es gibt bestimmte Forderungen, deren vollständige Erfüllung der Haushalt nicht zulässt, aber andere können erfüllt werden", sagte sie. Die Fußball-WM findet in diesem Jahr in den USA, Mexiko und Kanada statt. Das Auftaktspiel steigt am 11. Juni in Mexiko-Stadt, dabei stehen sich die einheimische Nationalmannschaft und Südafrika gegenüber.