Datum02.06.2026 09:04
Quellewww.zeit.de
TLDRIndustrieunternehmen in Deutschland leiden zunehmend unter Lieferengpässen. Im Mai berichteten 15,9 Prozent der Betriebe von Materialmangel, ein Anstieg gegenüber April. Hauptursache sind geopolitische Spannungen, insbesondere der Irankrieg, der die Ölversorgung stört. Die Chemiebranche ist mit 31,2 Prozent am stärksten betroffen, gefolgt von Gummi- und Kunststoffwaren (23,7%) sowie der Elektroindustrie (25%). Es drohen Produktionskürzungen.
InhaltWegen des Irankriegs ist die Versorgung mit Erdöl weiter gestört. Laut ifo Institut ist vor allem die Chemiebranche betroffen. Es drohen Einschränkungen der Produktion. Industrieunternehmen in Deutschland haben laut einer Umfrage des Münchner ifo Instituts zunehmend Probleme, sich mit Vorprodukten zu versorgen. Im Mai berichteten demnach 15,9 Prozent der Betriebe von Engpässen, im April hatte der Anteil noch bei 13,8 Prozent gelegen. "Die Lieferketten bleiben angespannt", sagt der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen." Wegen des seit mehr als drei Monaten anhaltenden Irankriegs ist etwa die Versorgung mit Erdöl gestört. "Verglichen mit dem langfristigen Durchschnitt vor 2020, der industrieweit bei etwa fünf Prozent liegt, sind diese Zahlen beunruhigend hoch", sagte Wohlrabe. Es sei durchaus möglich, dass mehrere Unternehmen infolge der Engpässe die Produktion senken müssten. Stark betroffen ist laut ifo vor allem die chemische Industrie: Dort berichten 31,2 Prozent der Unternehmen von Materialmangel. Auch bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bleibe die Lage schwierig, hier stieg der Anteil der Unternehmen auf 23,7 Prozent. In der Elektroindustrie meldet laut Umfrage rund jedes vierte Unternehmen Probleme bei der Materialversorgung. In der Automobilindustrie dagegen liege der Anteil mit 10,0 Prozent vergleichsweise niedrig. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.