Pressefreiheit in den USA: Pentagon sperrt Pressebüro für Journalisten

Datum02.06.2026 07:17

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Pentagon hat den Zugang für Journalisten zum Pressebüro gesperrt und diesen als "Bereich mit geheimen Informationen" eingestuft, da dort auch Redenschreiber mit Verschlusssachen arbeiten. Dies ist die jüngste Einschränkung der Pressefreiheit in den USA, seitdem die Regierung die Regeln für Medienvertreter drastisch verschärft hat, was zu Klagen und teilweise verfassungswidrigen Erklärungen führte.

InhaltDas US-Verteidigunsministerium hat seine Regeln für Medienvertreter erneut verschärft. Ihnen wird der Zutritt zum Pressebüro künftig untersagt. Das US-Verteidigungsministerium hat seine Restriktionen für Journalisten nochmals verschärft. Das Pressebüro des Pentagon dürfe ab sofort nicht mehr von Vertretern der Medien betreten werden, kündigte Ministeriumssprecher Joel Valdez an. Zur Begründung sagte er, dass in dem Büro unter anderem Redenschreiber tätig seien, die "routinemäßig mit Verschlusssachen" umgingen. Das Pressebüro sei deshalb zu einem "Bereich mit geheimen Informationen" erklärt worden, führte Valdez aus. "Infolgedessen ist es Journalisten künftig nicht mehr gestattet, die Büroräume zu betreten."  Das Verteidigungsministerium hatte im vergangenen Herbst neue Richtlinien erlassen, nach denen Journalisten unter anderem keine Informationen mehr veröffentlichen dürfen, die nicht zuvor offiziell vom Pentagon freigegeben wurden. Das Befragen nicht autorisierter Quellen wurde damit untersagt. Dieses Vorgehen wurde im März nach einer Klage der New York Times für teilweise verfassungswidrig erklärt. Ungeachtet dessen verschärfte das Pentagon kurz darauf die Vorschriften nochmals. Unter anderem wurde der bisherige Arbeitsbereich für Journalisten geschlossen, sie dürfen sich auch nur noch mit einer "Aufsichtsperson" im Ministerium bewegen.  Seit dem Wiedereinzug von Donald Trump ins Weiße Haus hat die US-Regierung die Vorschriften für Medien drastisch verschärft. Der Präsident spricht bei für ihn unliebsamen Berichten immer wieder von "Fake News" und geht gezielt gegen einzelne Medien vor.