Katholische Kirche: Bistum Aachen lässt angebliche Marien-Erscheinungen prüfen

Datum02.06.2026 06:57

Quellewww.spiegel.de

TLDRDas Bistum Aachen hat eine Untersuchungskommission eingesetzt, um angeblichen Marien-Erscheinungen in Sievernich zu prüfen. Eine Frau behauptete Anfang der 2000er Jahre, die Gottesmutter sei ihr erschienen und habe zum Beten aufgerufen. Neuen vatikanischen Normen folgend, sollen nun vier Experten die Berichte bewerten. Die Erscheinungen zogen viele Pilger an und Sarah S. berichtete von weißen Kleidern und Botschaften des Gebets und der Hilfe für Bedürftige.

InhaltDie Gottesmutter habe einen Schleier getragen und sie zum Beten aufgefordert: Immer wieder sei ihr Maria erschienen, behauptete eine Frau aus NRW Anfang der Nullerjahre. Nun soll sich eine Kommission damit beschäftigen. Vor mehr als 25 Jahren behauptete eine Frau aus Nordrhein-Westfalen erstmals, ihr sei die Gottesmutter erschienen. Nun lässt die katholische Kirche die angeblichen Marien-Erscheinungen im kleinen Ort Sievernich westlich von Köln offiziell prüfen. Das Bistum Aachen hat laut Kirchlichem Amtsblatt  dafür eine Untersuchungskommission eingesetzt. Den Vorsitz der Kommission aus vier Experten hat der Rechtswissenschaftler und Staatskirchenrechtler Stefan Mückl aus Rom. Das vatikanische Dikasterium für die Glaubenslehre habe vor zwei Jahren Normen für Verfahren zur Beurteilung mutmaßlicher übernatürlicher Phänomene erlassen, sagte ein Bistumssprecher der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Auf Grundlage dieser Normen gibt es jetzt eine Verfahrenssicherheit, mutmaßlich übernatürliche Phänomene zu beurteilen." So habe Bischof Helmut Dieser die vorgesehene Kommission eingesetzt, um die Berichte aus Sievernich zu untersuchen. Die Experten müssen sich mit außergewöhnlichen Schilderungen auseinandersetzen. Anfang der Nullerjahre hatte eine Frau aus Düren erstmals berichtet, ihr sei in der kleinen Pfarrkirche Sankt Johann Baptist im 500-Einwohner-Ort Sievernich die Muttergottes erschienen. Sie sei ganz in Weiß gekleidet gewesen und habe einen bodenlangen Schleier getragen. Zwei Botschaften, die in den Schilderungen immer wieder vorkommen: Man solle viel beten. Und Maria sei an der Seite der Menschen in Not. Einmal im Monat komme es zu einer solchen Erscheinung, zitierten mehrere Medien damals die Frau namens Manuela S. Immer mehr Pilger kamen von weit her nach Sievernich. Als die Frau im Oktober 2002 angeblich die letzte vorher angekündigte Erscheinung hatte, strömten schließlich viele Hundert Menschen zusammen, mehrere ehrenamtliche Ordner waren nötig, wie Regionalzeitungen berichteten. Nach dem Ende dieser berichteten Erscheinungen am jeweils ersten Montag des Monats soll es nach Darstellung Manuelas bis 2005 noch unregelmäßige Begegnungen mit Maria gegeben haben.