Datum02.06.2026 06:47
Quellewww.zeit.de
TLDRSeit Inkrafttreten der Staatsangehörigkeitsrechtsreform Ende Juni 2024 können Eingebürgerte in Deutschland ihre alte Staatsbürgerschaft behalten. Eine Mehrheit nutzt diese Möglichkeit laut Mediendienst Integration, mit Zustimmungquoten von 85-98%. Die Reform erlaubte zuvor nur EU-Bürgern oder in Ausnahmefällen die Doppelstaatsbürgerschaft. Länder wie Indien oder Äthiopien gestatten Mehrstaatigkeit grundsätzlich nicht.
InhaltWer die deutsche Staatsbürgerschaft annimmt, kann seine alte meist behalten. Im vergangenen Jahr hat sich eine große Mehrheit für den sogenannten Doppelpass entschieden. Der überwiegende Teil der Menschen, die im vergangenen Jahr Deutsche geworden sind, hat die neue Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft genutzt. Das geht aus einer Umfrage des Mediendienstes Integration hervor. Demnach lag die Quote der Mehrstaatigkeit in den Städten, die hierzu Daten gesammelt haben, zwischen 85 Prozent und 98 Prozent. Die wenigen Neubürger, die keinen Doppelpass wählten, taten dies den Angaben zufolge in den meisten Fällen, weil sie entweder vor der Einbürgerung staatenlos waren oder weil ihr Herkunftsland die Mehrstaatigkeit grundsätzlich nicht oder nur in Ausnahmefällen gestattet. Das gilt etwa für Indien, Äthiopien und Eritrea. Die frühere Koalition von SPD, Grünen und FDP hatte eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts beschlossen, die Ende Juni 2024 in Kraft trat. Seither darf, wer Deutscher wird, generell die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Vorher war das nur für EU-Bürger möglich, sowie in bestimmten Ausnahmefällen und wenn der Herkunftsstaat die Entlassung aus der alten Staatsangehörigkeit verweigert. Seit der Reform reichen für die Einbürgerung fünf statt bisher acht Jahre rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich nach der Reform bereits nach drei Jahren einbürgern lassen. Diese sogenannte Turbo-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung aber im vergangenen Jahr wieder abgeschafft. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.