Bericht: Armutsquote in Thüringen steigt – Trendwende nach Rückgang

Datum02.06.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Armutsquote in Thüringen ist 2025 auf 17,4 Prozent gestiegen und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt. Dies stellt eine Trendwende nach einem Rückgang seit 2021 dar. Der Paritätische Wohlfahrtsverband definiert Armut als ein Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens. Thüringen zählt zu den Bundesländern mit der höchsten Armutsquote, nach Bremen und Sachsen-Anhalt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bericht“. Lesen Sie jetzt „Armutsquote in Thüringen steigt – Trendwende nach Rückgang“. In Thüringen ist der Anteil der Menschen, die in Armut leben, im vergangenen Jahr gestiegen. Die Armutsquote lag 2025 bei 17,4 Prozent, wie aus dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervorgeht. Thüringen liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent und gehört zu den sechs Bundesländern mit dem höchsten Anteil armer Menschen an der Bevölkerung.  Die Quote war im Freistaat seit 2021 kontinuierlich gesunken. 2024 hatte sie der Wohlfahrtsverband mit 15,7 Prozent angegeben. Jetzt hat sich diese Entwicklung wieder umgekehrt. Für den Verband gilt als arm, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Berücksichtigt wird dabei das gesamte Nettoeinkommen eines Haushalts einschließlich Wohngeld, Kindergeld, Kinderzuschlag, weiterer Transferleistungen sowie sonstiger Zuwendungen. Demgegenüber spricht die amtliche Statistik in Einklang mit dem EU-Standard ab dieser Schwelle lediglich von Armutsgefährdung. Als armutsgefährdet gelten nach diesem Standard alleinlebende Menschen, die monatlich 1.445 Euro zur Verfügung haben. Bei einer vierköpfigen Familie mit zwei kleinen Kindern sind es 3.035 Euro. Bundesweit leben dem Bericht zufolge 13,3 Millionen Menschen in Armut. Das Bundesland mit der höchsten Armutsquote von 27,5 Prozent ist Bremen, gefolgt von Sachsen-Anhalt (21,3 Prozent), Hamburg (18,9 Prozent), Berlin (18,7 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (17,6 Prozent). Am niedrigsten ist sie in Bayern (12,3 Prozent), Baden-Württemberg (13,2 Prozent) und Brandenburg (14,7 Prozent). © dpa-infocom, dpa:260602-930-160621/1