Datum01.06.2026 23:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRMette Frederiksen bleibt dänische Ministerpräsidentin und bildet eine Vier-Parteien-Koalition aus Sozialdemokraten, SF, Radikale Venstre und Moderaterne. Nach fast zehn Wochen Verhandlungen nach der Parlamentswahl sicherte sich Frederiksen ihre dritte Amtszeit. Die Regierung muss sich dringenden Aufgaben widmen, darunter die diplomatische Krise um Grönland und die Stärkung des Militärs angesichts des Ukraine-Kriegs. Die Partei Moderaterne von Lars Løkke Rasmussen spielte eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen.
InhaltMette Frederiksen hat sich ihre dritte Amtszeit als dänische Regierungschefin gesichert. Fast zehn Wochen nach der Parlamentswahl verkündete sie die Einigung auf eine Koalition aus vier Parteien. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat eine Einigung über die Bildung einer Links-Mitte-Koalition erzielt. Fast zehn Wochen nach der Parlamentswahl teilte sie König Frederik X. am späten Abend mit, eine Koalition aus Sozialdemokraten, sozialistischer Volkspartei (SF), der linksliberalen Radikale Venstre und der Partei Moderaterne der politischen Mitte bilden zu wollen. "Ihre Majestät der König hat die geschäftsführende Ministerpräsidentin Mette Frederiksen daraufhin aufgefordert, eine solche Regierung zu bilden", hieß es in einer Mitteilung des dänischen Hofs. Die Vereinbarung beschert der Sozialdemokratin Frederiksen eine dritte aufeinanderfolgende Amtszeit als Ministerpräsidentin nach 2019 und 2022. Am Dienstag will Frederiksen eine Regierungsgrundlage präsentieren. Die Sozialdemokraten waren aus der Wahl am 24. März trotz starker Verluste als stärkste Partei hervorgegangen. Keines der beiden klassischen politischen Lager in Dänemark – weder das links-grüne noch das bürgerlich-konservative – hatte die Wahl aber eindeutig für sich entschieden. Im ersten Anlauf war Frederiksen die Regierungsbildung nicht geglückt. Dann endete auch die Koalitionssuche ihres Konkurrenten, dem Rechtsliberalen Troels Lund Poulsen, ergebnislos und Frederiksen war wieder am Ruder. Eine entscheidende Rolle bei den Regierungsverhandlungen hatte erneut der frühere dänische Ministerpräsident und bisherige Außenminister Lars Løkke Rasmussen mit seiner Mitte-Partei Moderaterne gespielt. Rasmussen hatte mit beiden Lagern gesprochen und die Verhandlungen zweimal platzen lassen. Zu den drängendsten Aufgaben der neuen Regierung zählen die diplomatische Krise mit der US-Regierung von Donald Trump um Grönland beizulegen, sowie eine schnelle Stärkung des Militärs – vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Premierministerin Mette Frederiksen hat sich gegen Donald Trump und etliche andere Krisen behauptet. Wieso bei den Parlamentswahlen die dänischen Genossen trotz Grönlandbonus das schwächste Ergebnis seit 1903 erzielten, lesen Sie hier .