Datum01.06.2026 19:17
Quellewww.spiegel.de
TLDRGroßbritannien hat den US-Publizisten Cenk Uygur und dem Streamer Hasan Piker die Einreise verweigert. Als Grund nannte das Innenministerium, dass ihre Anwesenheit dem öffentlichen Wohl nicht förderlich sei. Beide Männer führen dies auf ihre Kritik an Israel zurück. Piker wird unter anderem mit Äußerungen zugunsten der Hamas und der Aussage, Amerika habe den 11. September verdient, in Verbindung gebracht. Uygur vermutet, seine Kritik an Israel und die Behauptung, Israel "kontrolliere" die US-Regierung, seien ausschlaggebend gewesen.
InhaltDen US-Publizisten Hasan Piker und Cenk Uygur wird in Israel Antisemitismus vorgeworfen. Bei einer Konferenz in Großbritannien sollten beide als Redner auftreten, die Einreise wurden ihnen jetzt verweigert. Eigentlich sollten der türkisch-amerikanische Publizist Cenk Uygur und sein Neffe, der US-Streamer Hasan Piker, auf Veranstaltungen in London und Oxford sprechen. Doch Großbritannien hat ihnen die Einreise verweigert. Das gaben beide Männer am Montag bekannt. Uygur, der das politische Videoformat "The Young Turks" mitmoderiert, und Piker sagten, sie seien wegen ihrer Haltung zu Israel ausgesperrt worden. Das britische Innenministerium erklärte in einer Stellungnahme, in der Israel nicht erwähnt wurde, dass die Einreisegenehmigung für "diese Personen" widerrufen worden sei, da "ihre Anwesenheit im Vereinigten Königreich dem öffentlichen Wohl möglicherweise nicht förderlich ist". Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Der 34-jährige Piker hat täglich 30.000 Zuschauer auf der Live-Streaming-Plattform Twitch und mehr als eineinhalb Millionen auf X und steht immer wieder in der Kritik. So sagte er vor ein paar Jahren in einem Stream, Amerika habe den 11. September verdient. Dafür entschuldigte er sich später und räumte ein, dies sei "unangemessen" gewesen. Ihm wird zudem antisemitische Rhetorik vorgeworfen: In einer Folge des Podcasts "Pod save America" erklärte Piker, er werde "stets für die Hamas statt für Israel stimmen". In einem Interview mit dem "Guardian" sagte Piker, dass es ihm gefalle, "wenn meine Feinde mich hassen". Der Labour-Abgeordnete David Taylor hatte auf X begrüßt , dass Piker die Einreise verwehrt wurde. Er sagte, es gebe keinen Grund, "unsere Türen für diejenigen zu öffnen, die Hass und Spaltung verbreiten wollen; insbesondere für diejenigen, die eine verbotene Terrorgruppe unterstützt haben." Der Parteichef der Grünen Zach Polanski wiederum nannte die Entscheidung "düster" und beschuldigte die Labour-Regierung, "alles in ihrer Macht stehende" zu tun, um "Kritik an der israelischen Regierung zum Schweigen zu bringen." Der 56-jährige Cenk Uygur verzeichnet laut der Website von SXSW London monatlich mehr als 200 Millionen Aufrufe über "The Young Turks". Er war kurzzeitig Kandidat der Demokraten für die US-Präsidentschaftswahlen 2024. Uygur behauptete in den sozialen Medien, er sei "wegen Kritik an Israel gesperrt worden" und führte diese Entscheidung auf seine Behauptung zurück, Israel "kontrolliere" die US-Regierung. Piker sollte auf der SXSW über das Thema "Wie die amerikanische Linke lernte, die Sprache des Internets zu sprechen" referieren. Uygurs Vortrag trug den Titel: "Der Techno-Feudalismus ist da. Wer sind seine Herren?" Auf der Website der SXSW London , die sich selbst als Festival für "Wirtschaft, Technologie und Kreativität" beschreibt, wurde Israel im Zusammenhang mit den beiden Referenten nicht erwähnt.