Datum01.06.2026 18:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Holocaustüberlebende Tomi Reichental ist im Alter von 90 Jahren in Irland gestorben. Reichental wurde 1944 ins KZ Bergen-Belsen deportiert und dort 1945 befreit. Erst im Ruhestand begann er öffentlich über seine Erlebnisse zu sprechen, schrieb eine Autobiografie und wirkte an Dokumentarfilmen mit. Er wurde für sein Engagement gegen Hass und Antisemitismus vielfach geehrt.
InhaltBei der Befreiung von Bergen-Belsen war er neun Jahre alt, erst im Ruhestand sprach er öffentlich über das Erlebte: Tomi Reichental ist mit 90 Jahren gestorben. Der Holocaustüberlebende Tomi Reichental ist tot. Wie die niedersächsische Gedenkstätte des KZ Bergen-Belsen mitteilte, starb Reichental am Sonntag im Alter von 90 Jahren in seiner Wahlheimat Irland. "Als geschätztes Mitglied der irisch-jüdischen Community hinterlässt Tomi ein bleibendes Vermächtnis der Würde, des Mutes und der Aufklärung anderer über die Gefahren von Hass und Antisemitismus", sagte Irlands Premierminister, Micheál Martin. Reichental war in Irland für sein Engagement, über den Holocaust aufzuklären, mehrfach ausgezeichnet und geehrt worden. Geboren wurde Reichental 1935 in der Slowakei und wuchs dort auf einem Bauernhof auf. 1944 wurde er mit seiner Mutter, seinem Bruder und seiner Großmutter in das KZ Bergen-Belsen verschleppt. Bei seiner Befreiung 1945 war Reichental gerade neun Jahre alt. Mit seiner Mutter und seinem Bruder kehrte er in die Slowakei zurück. Von dort emigrierte die Familie nach Israel. Nachdem Reichental in der israelischen Armee gedient hatte, absolvierte er eine Ausbildung zum Ingenieur und lebte ab 1959 in Irland. Laut der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten schwieg Reichental bis zu seinem Ruhestand über das Erlebte während des Holocaust. Erst mit seiner Rente widmete er sich der öffentlichen Arbeit. Er schrieb eine Autobiografie (I Was A Boy In Belsen) und war Teil mehrerer Dokumentarfilme. Liebe Leserinnen und Leser, im Kommentarbereich dieses Artikels wollen wir Ihnen mit einem Kondolenzbuch die Möglichkeit geben, Ihre Erinnerungen und Gedanken zu teilen. Die Wahrung der Pietät ist uns bei Todesfällen wichtig, weswegen alle Kommentare vor der Veröffentlichung geprüft werden.