Iran und USA: Iran unterbricht Verhandlungen mit den USA wegen Angriffen auf Libanon

Datum01.06.2026 17:55

Quellewww.zeit.de

TLDRIran hat indirekte Verhandlungen mit den USA wegen israelischer Angriffe im Libanon ausgesetzt. Der Iran betrachtet die Waffenruhe, die auch den Libanon einschloss, als gebrochen und macht die USA und Israel für die Folgen verantwortlich. Gespräche sollen erst wieder stattfinden, wenn Israel seine Militäroperationen im Gazastreifen und Libanon beendet und sich zurückzieht. Iran und seine Verbündeten erwägen die Blockade strategischer Seewege.

InhaltDie iranischen Verhandler haben die indirekten Gespräche mit den USA vorerst ausgesetzt. Als Grund führte der Iran die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon an. Irans Verhandlungsteam hat den Austausch von Nachrichten mit den USA über Vermittler ausgesetzt. Das meldete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Demnach begründete der Iran den Schritt mit den andauernden Angriffen Israels auf den Libanon. Die Lage in dem Land sei "eine der Voraussetzungen für die Waffenruhe" gewesen, hieß es weiter. Diese Waffenruhe sei jedoch "inzwischen an allen Fronten, einschließlich des Libanon, verletzt worden". Der iranische Außenminister ​Abbas Araghtschi schrieb auf X: "Ein Bruch des Waffenstillstands an einer Front ist ein Bruch an allen Fronten." Die USA und Israel seien für die Folgen verantwortlich. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim soll es erst dann wieder Gespräche zur ⁠Beendigung des seit drei Monaten andauernden Irankriegs ​geben, wenn die Forderungen des Iran erfüllt sind. Dazu gehören ein ‌sofortiges ⁠Ende der israelischen Militäreinsätze im ​Gazastreifen und im Libanon sowie der vollständige Abzug Israels aus den besetzten Gebieten im Libanon. Wie Tasnim weiter berichtet, haben ​der Iran und die mit ihm verbündete sogenannte Widerstandsfront, zu der schiitische Gruppen im ‌Jemen, im Libanon und im Irak gehören, zudem Pläne ausgearbeitet, um die Straße von Hormus vollständig zu blockieren. Eine weitere Front wollen sie an der ​Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste des Jemen eröffnen. Über die Meerenge läuft ‌ein Großteil des Schiffsverkehrs in Richtung Suezkanal. Damit sollten Israel und dessen Unterstützer bestraft werden. Kurz nach Beginn des Irankriegs, in den auch die aus dem Iran unterstützte Hisbollah-Miliz eingriff, wurde der Libanon in den Krieg hineingezogen. Israel attackiert Ziele im Libanon aus der Luft und rückt zudem mit Bodentruppen weiter vor. Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe, die von der israelischen Armee wiederholt gebrochen wurde. Die Hisbollah erkennt die Vereinbarung ebenfalls nicht an. Mittlerweile ist die israelische Armee weiter in den Süden des Libanon vorgedrungen als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Ende ihrer Besetzung des Gebiets im Jahr 2000. An diesem Montag gab die Armee eine Evakuierungsaufforderung für einen südlichen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut heraus. Verfolgen Sie weitere Entwicklungen in Nahost in unserem Liveblog.