Datum01.06.2026 17:35
Quellewww.spiegel.de
TLDRIsrael fordert Bewohner der südlichen Vororte Beiruts zur Flucht auf und droht mit Angriffen, sollte die Hisbollah ihre Angriffe fortsetzen. Dies ist der erste solche Aufruf seit April. Angriffe auf die Hisbollah-Hochburg, die auch dicht besiedelt ist, haben zu Massenflucht geführt. Die Lage zwischen Israel und Hisbollah spitzt sich zu. Frankreich und Deutschland äußern Kritik und rufen zur Rückkehr zur Waffenruhe auf.
InhaltHier soll die Hisbollah großen Einfluss haben, die Viertel sind aber auch dicht besiedelt: Israel droht den Menschen in den Vororten der Hauptstadt Beirut mit Angriffen. Im Süden Libanons verlassen Hunderte ihre Häuser. Das israelische Militär hat die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Flucht aufgerufen. Ein Armeesprecher schrieb auf der Plattform X in arabischer Sprache, die Menschen sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen. Sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte und Ortschaften fortsetzen, werde die israelische Armee mit Angriffen auf Ziele in den südlichen Vororten Beiruts reagieren. Es ist der erste Aufruf dieser Art für das Gebiet seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Mitte April. Zuvor hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu bereits neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in denen als Dahija bekannten Vororten angekündigt. Seit dem Vormittag flohen viele Anwohner aus dem Gebiet. Die Vororte gelten als wichtiges Einflussgebiet der Hisbollah. Sie sind aber auch ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Viele Gebäude dort wurden in dem aktuellen Krieg bereits zerstört. Wie etwa Reporter der BBC berichten, strömten Familien in ihren vollgepackten Autos aus den Vororten und schlossen sich den Tausenden an, die in Richtung Berge flohen. Die Lage zwischen der mit Iran verbündeten Hisbollah und Israel hat sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Trotz Waffenruhe herrscht faktisch Krieg. Die Angriffe auf die Hauptstadt und ihre Vororte hatten im Rahmen der Waffenruhe jedoch nachgelassen. Scharfe Kritik am jüngsten israelischen Vorgehen im Libanon kam unter anderem aus Frankreich. "Nichts rechtfertigt die derzeitige massive Eskalation im Südlibanon", sagte der französische Präsident Emmanuel Macron. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul rief Israel und die Hisbollah dringend auf, zur vereinbarten Waffenruhe zurückzukehren. "Das weitere Vorrücken der israelischen Armee im Süden des Libanon gibt Anlass zu großer Sorge", teilte der CDU-Politiker mit. Die Hisbollah im israelisch besetzten Streifen des Südlibanon ist vertrieben. Nun werden dort alle Ortschaften zerstört, Haine niedergebrannt und Äcker vergiftet, um jede Rückkehr der Bewohner unmöglich zu machen. Wie Israel den Südlibanon verwüstet, lesen Sie hier .