Nachrichtenpodcast: Israel droht mit neuen Angriffen auf Beirut

Datum01.06.2026 17:11

Quellewww.zeit.de

TLDRIsrael verstärkt Angriffe im Libanon trotz Waffenruhe und droht mit Bombardierung Beiruts. Die Bodentruppen rücken vor, Tausende Tote und Vertriebene sind zu beklagen. Die deutsche Entwicklungsministerin brach eine Reise ab. Gleichzeitig soll Neonazi Marla-Svenja Liebich aus Tschechien nach Deutschland ausgeliefert werden, nachdem sie wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Die Bundesregierung plant ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen zur Infrastrukturmoderation. Es gibt Stichwahlen in Kolumbien und Wahlen in Äthiopien.

InhaltTrotz Waffenruhe verstärkt Israel die Offensive im Libanon. Droht ein zweites Gaza? Und: Neonazi Marla-Svenja Liebich soll nach Deutschland ausgeliefert werden. Die Libanon-Reise der deutschen Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) ist am Montag kurzfristig abgebrochen worden. "Aufgrund laufender Bewertung der Entwicklungen der sich akut zuspitzenden Lage in Beirut wurde diese Entscheidung aus militärischen Gründen getroffen", hieß es aus dem Ministerium. Zuvor hatte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu angekündigt, Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zu bombardieren. Gleichzeitig rückt die israelische Armee im Südlibanon mit Bodentruppen vor – trotz der seit 17. April vereinbarten Waffenruhe. Obwohl sich der Einsatz offiziell gegen die proiranische Hisbollah-Miliz richtet, hat die israelische Armee dabei ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Nach Angaben libanesischer Behörden wurden in diesem Jahr bereits fast 3.400 Menschen durch israelische Angriffe getötet und mehr als eine Million Menschen vertrieben. Israel wirft wiederum der Hisbollah-Miliz Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Ähnelt Israels Vorgehen im Libanon zunehmend dem Krieg in Gaza? Und was sind die strategischen Gründe hinter den verstärkten Angriffen Israels? Das beantwortet Reporterin Anna-Theresa Bachmann direkt aus Beirut im Podcast. Marla-Svenja Liebich soll aus Tschechien nach Deutschland ausgeliefert werden. Das hat ein Gericht in Pilsen heute entschieden. Die jahrelang in der rechtsextremen Szene als Sven Liebich bekannte Person war Anfang April nahe der deutschen Grenze in Tschechien festgenommen worden. Zuvor hatte das Landgericht Halle Liebich zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten wegen Volksverhetzung und Beleidigung verurteilt. Während des Prozesses hatte Liebich 2023 den Geschlechtseintrag auf weiblich ändern lassen. Beobachter werten diesen Schritt als Provokation gegen das Selbstbestimmungsgesetz. Inzwischen prüft das Amtsgericht Halle, ob sich diese Namens- und Geschlechtsänderung wieder rückgängig machen lässt. Falls die Auslieferung rechtskräftig wird, soll Liebich in der JVA Chemnitz untergebracht werden. Noch kann Liebich gegen das Urteil vorgehen. Nina Monecke aus dem Politikressort der ZEIT beobachtet den Fall – was erwartet Liebich nach der Auslieferung? Außerdem im Update: Mit 500 Milliarden Euro Sondervermögen möchte die Bundesregierung die Infrastruktur in Deutschland modernisieren. Der ZEIT liegt ein erster Bericht des Bundesfinanzministeriums über die Umsetzung vor. Er zeigt: Das Geld fließt, aber langsamer als geplant. Und: Es kommt zur Stichwahl in Kolumbien, weil bei der Präsidentschaftswahl nach dem ersten Wahlgang weder der rechte Abelardo de la Espriella noch der linke Iván Cepeda eine Mehrheit erringen konnte. Auch in Äthiopien wurde am vergangenen Sonntag gewählt. Ein Sieg des amtierenden Ministerpräsidenten Abiy Ahmed gilt als wahrscheinlich. Und sonst so? Wie funktioniert Kinderkriegen im Weltall? Moderation und Produktion: Philip-Johann Moser Redaktion: Jannis Carmesin Mitarbeit: Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.