Zum 7. Todestag: Bundeskanzler Merz besucht Grab von Walter Lübcke

Datum01.06.2026 16:27

Quellewww.zeit.de

TLDRBundeskanzler Friedrich Merz besuchte am Vorabend des 7. Todestages das Grab von Walter Lübcke, dem 2019 von einem Rechtsextremen ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten. Merz würdigte Lübcke als Politiker und besuchte seine Witwe und Angehörige. Er betonte die Notwendigkeit, Gewalt in der Politik entschieden entgegenzutreten, da insbesondere Kommunalpolitiker zunehmend bedroht würden, was mit einer Verrohung der Sprache beginne.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Zum 7. Todestag“. Lesen Sie jetzt „Bundeskanzler Merz besucht Grab von Walter Lübcke“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Grab des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke besucht. Wenige Stunden vor dem 7. Jahrestag der Tat traf er sich mit der Witwe Irmgard Braun-Lübcke und weiteren Angehörigen. "Walter Lübcke war ein liebevoller Ehemann und Familienvater, ein überzeugter Christdemokrat und ein über Parteigrenzen geschätzter Politiker", würdigte Merz seinen ermordeten Parteifreund. Am Grab hielten Merz und die Angehörigen eine Weile inne. Zu hören war auf dem zwischen Wiesen und Häusern gelegenen Friedhof lediglich Vogelgezwitscher. Später unterhielt sich Merz am Grab mit den Angehörigen über deren Erinnerungen an die Tatnacht. Zuvor hatte sich Merz bereits zu einem längeren Gespräch mit den Angehörigen getroffen. Ein Sprecher der Familie nannte den Austausch im Nachgang gut. Inhalte sollten privat bleiben. "Diese Mordtat muss uns auch weiterhin als Mahnung dienen", sagte Merz später in einem Statement. "Es ist die Aufgabe der Demokraten in unserem Land, alles dafür zu tun, dass es keinerlei Toleranz für Gewalt in Politik und Gesellschaft gibt." Vor allem Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker würden jedoch seit Jahren immer häufiger bedroht. "Diese Bedrohung beginnt mit der Verrohung der Sprache. Diese unselige Tendenz ist nicht hinnehmbar", sagte der Kanzler.  Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf seiner Terrasse im nordhessischen Wolfhagen-Istha von dem Rechtsextremisten Stephan E. ermordet worden - weil dieser Lübckes liberale Haltung zur Flüchtlingspolitik ablehnte. Der Täter verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Seine Tat gilt als der erste politisch motivierte Mord an einem bundesdeutschen Politiker durch einen Neonazi in der Bundesrepublik. © dpa-infocom, dpa:260601-930-158914/1