Datum01.06.2026 15:20
Quellewww.zeit.de
TLDRAdi Hütter kehrt emotional zu Eintracht Frankfurt zurück, wo er bis 2029 unter Vertrag steht. Beeindruckt von der Vereinsentwicklung und überzeugt von der Wellenlänge mit Sportvorstand Krösche, will er Disziplin und Intensität fördern, um die Mannschaft zurück nach Europa zu führen. Nach einer enttäuschenden Saison plant er Kaderanpassungen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Eintracht Frankfurt“. Lesen Sie jetzt „Emotionale Rückkehr: Hütter brennt für die Eintracht“. Adi Hütter hatte glänzende Augen. Die Rückkehr zu Eintracht Frankfurt löste bei dem 56 Jahre alten Österreicher tiefe Emotionen aus. "Als ich vom Hotel aus die Skyline gesehen habe, dachte ich: Adi, das ist der richtige Platz für dich. Ich habe das Gefühl, hierherzugehören und dass ich noch nicht fertig bin", schilderte der neue Trainer des Fußball-Bundesligisten bei der offiziellen Vorstellung seine Gefühle. Nach intensiven Gesprächen mit Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche habe er daher auch nicht lange überlegen müssen, ein zweites Mal nach 2018 bis 2021 bei den Hessen anzuheuern. "Ich bin schwer beeindruckt davon, wie der Verein gewachsen ist. Es ist atemberaubend, was die Eintracht geleistet hat", schwelgte Hütter in höchsten Tönen von seinem neuen Arbeitgeber, bei dem er einen Vertrag bis zum Sommer 2029 unterschrieben hat. Die Entwicklung des Vereins sei für ihn ausschlaggebend gewesen, an den Main zurückzukehren. "Ich hatte mehrere interessante Möglichkeiten im Ausland. Für mich war aber relativ schnell klar, wohin ich gehe", berichtete Hütter über die Vertragsverhandlungen mit Krösche. Mit dem Sportchef der Eintracht habe er sich drei-, viermal intensiv ausgetauscht und dabei festgestellt: "Wir liegen auf einer Wellenlänge." In der kommenden Spielzeit will er die Frankfurter mit strenger Hand zurück nach Europa führen. "Ich bin sicherlich nicht der Freund der Spieler und kann schon sehr hart sein. Ich bin aber auch nicht ihr Gegner. Am Ende des Tages möchte ich eine Mannschaft sehen, die attraktiven Fußball spielt und erfolgreich ist", sagte Hütter. Dabei setze er vor allem auf Disziplin und Intensität. "Wir müssen wieder hart arbeiten", forderte Hütter und ergänzte: "Dazu braucht es die Einstellung der Spieler, die das mittragen müssen. Ich erwarte, dass alle den Weg mitgehen." Er selbst wolle dabei "Motivator, Kommunikator und manchmal auch Vaterfigur" sein. "Ich möchte versuchen, mit jedem einzelnen eine Beziehung aufzubauen und Spieler, die wissen, was sie zu tun haben", so Hütter. Ein konkretes Ziel für die kommende Saison nannte er zwar nicht. Generell müsse der Verein aber immer den Anspruch haben, "um die internationalen Plätze zu spielen", bekräftigte der Eintracht-Coach. "Ich komme retour, weil ich mit der Eintracht dorthin kommen will, wo alle im Verein und im Umfeld hinwollen", sagte Hütter. Dabei erwarte er, "dass alle den Weg mitgehen." Nach der verkorksten Saison, die Frankfurt nur als Tabellenachter beendet hatte, und der anschließenden Trennung von Trainer Albert Riera soll Hütter am Main wieder für Aufbruchstimmung sorgen und attraktiven Offensivfußball spielen lassen. "Er hat Erfahrung, kennt die Liga und weiß, wie man die nötige Intensität auf den Platz bekommt", sagte Krösche über den alten, neuen Hoffnungsträger an der Seitenlinie. Der hofft bei seiner Rückkehr auf eine ähnlich erfolgreiche Zeit wie bei seinem ersten Eintracht-Engagement. Damals führte er die Hessen unter anderem bis ins Halbfinale der Europa League. "Es freut mich wieder hier zu sein. Ich bin emotional berührt", versicherte der Coach. Um sportlich wieder zulegen zu können, bedürfe es im Sommer allerdings einiger Kaderanpassungen, meinte Hütter. "Wir müssen an der einen oder anderen Stellschraube drehen und haben das Thema schon angeschoben", sagte er - ohne Namen zu nennen. Auch Krösche wollte nicht ins Detail gehen, kündigte aber ebenfalls personelle Veränderungen an: "Wir wollen den Kader reduzieren und müssen Transfererlöse erzielen." © dpa-infocom, dpa:260601-930-158368/1