Fußball: Warum Deutschland noch einmal 50 Minuten gegen Finnland spielte

Datum01.06.2026 15:13

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie deutsche Nationalmannschaft absolvierte kurz vor der USA-Reise einen spontanen Test gegen Finnland, den sie durch ein Eigentor 1:0 gewann. Ziel war es, vor allem nicht eingesetzten Spielern Spielpraxis zu geben. Rund 800 Fans waren geladen, was die Volksnähe des Teams unterstreichen sollte. Manuel Neuers Wade hielt einer Belastungsprobe stand, was eine positive Nachricht für Trainer Nagelsmann war.

InhaltKurz vor der Abreise in die USA gab sich die Nationalmannschaft volksnah und lud gut 800 Fans zu einem Spiel gegen die Finnen ein. Die zeigten sich als gute Gäste. Die Finnen waren ausnahmslos gute Gäste für die Nationalmannschaft. Am Sonntag hatten sie beim 0:4 im Länderspiel in Mainz vergleichsweise wenig Gegenwehr geleistet. Als beide Nationalmannschaften nun in einem spontanen Test am Montag am DFB-Campus aufeinandertrafen, verhalfen sie dem DFB-Team gar mit einem Eigentor zum 1:0-Sieg. Doni Arifi vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth traf nach einer Ecke ins eigene Tor. So reisen die Deutschen am Dienstag mit einem weiteren Erfolgserlebnis im Gepäck in die USA ab. Die Erkenntnisse des 2x25-minütigen Spiels blieben ansonsten überschaubar. Die deutschen Stammspieler vom Vortag schauten sich die Partie vom Trainingsraum aus an, auch bei den Finnen spielten Reservisten. Leroy Sané engagierte sich auf der rechten Seite, Leon Goretzka war erst auf der Sechser-, dann auf der Achter-Position fleißig. Waldemar Anton spielte anstelle von Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger. Nick Woltemade vergab gute Gelegenheiten und agierte eher unglücklich. Im Tor stand zunächst Alexander Nübel, im zweiten Durchgang Jonas Urbig, der den einzigen echten Torschuss (allerdings aus Abseitsposition) der Finnen halten musste. Doch der sogenannten B-Mannschaft mangelte es insgesamt an Feinabstimmung. Die Kommandos waren sehr selten und verhalten, meist dirigierte lediglich Antonio Rüdiger hörbar seine Vorderleute. Das deutsche Team kam kaum zu Chancen. Die größte Möglichkeit vor der Pause hatte Goretzka, dessen Kopfball der finnische Torwart noch von der Linie kratzte. Anton traf in der zweiten Hälfte den Pfosten. Immerhin bekamen noch einmal – so war es auch die Idee des Nationaltrainers Julian Nagelsmann – die nicht oder erst spät eingesetzten Spieler vom Sonntag die Möglichkeit, aufzulaufen und in den Rhythmus zu kommen. Vor dem Turnierstart bestreitet das Team schließlich nur noch ein letztes Testspiel gegen die USA am 6. Juni (20.30 Uhr, TV: RTL, Liveticker: SPIEGEL.de). Bei früheren Turnieren hatte die Nationalmannschaft schon mal gegen eine DFB-Jugendauswahl gespielt, um angeschlagenen Akteuren Spielpraxis zu geben. Dieser spontane Test gegen eine andere Nation, noch dazu vor Zuschauern, dürfte allerdings ein Novum darstellen. Nagelsmann sagte danach, er sei mit dem vorletzten Test "über weite Strecken sehr zufrieden". Rund 800 Zuschauer und Zuschauerinnen (mehr sind nicht zugelassen) verfolgten die Partie am DFB-Campus. Die meisten von ihnen waren ausgeloste Mitglieder des Fanclubs Nationalmannschaft oder der eigenständigen Fanclubs, Nachwuchskicker aus den Stützpunkten und Gäste der DFB-Stiftung. Hinten am Campus standen Imbiss- und Eiswagen auf Einladung der Nationalspieler, vorne konnten die Fans exklusiv das Spiel schauen und im Nachhinein signierte Bälle fangen. Die Nationalmannschaft gab sich volksnah, nachdem sie in vergangenen Jahren oft der Abgehobenheit vorgeworfen worden war. Nico Schlotterbeck und Maximilian Beier hielten sich lange bei den Anhängern auf und kickten dann noch auf dem Rasen mit (ihren) Kindern. Es herrschte Festtagsstimmung vor dem Abschied zum Turnier. Manuel Neuer immerhin absolvierte eine kleine Einheit vor dem Test mit den Torwarttrainern, er fing unter anderem Bälle auf einem Gymnastikball. Die Wade schien dieser Belastungsprobe standzuhalten. Das war für den Bundestrainer eine noch bessere Nachricht als der Sieg in einem kuriosen Testspiel. Beim offiziellen Länderspiel gegen Finnland feierten die Fans am Sonntag den unangepassten Deniz Undav: Er schießt Tore, legt auf und beherrscht die direkte Ansprache. Warum es beim DFB dennoch Restzweifel an ihm gibt, lesen Sie hier .