Gesundheit: 359 Menschen in Sachsen warten auf Spenderorgan

Datum01.06.2026 14:07

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Sachsen warten 359 Menschen auf Spenderorgane. Dieses Jahr gab es bundesweit mehr postmortale Organspenden als im Vorjahr, doch der Bedarf bleibt hoch. In Sachsen wurden 27 Spenden gezählt. Zum Tag der Organspende in Leipzig wird auf die Bedeutung der Organspende aufmerksam gemacht. Sachsens Gesundheitsministerin appelliert an die Bürger, sich zu informieren und eine Entscheidung zu treffen. Eine Widerspruchsregelung wird als wichtiger Schritt zur Stärkung der Organspende und zur Entlastung von Angehörigen diskutiert.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheit“. Lesen Sie jetzt „359 Menschen in Sachsen warten auf Spenderorgan“. In Sachsen warten derzeit 359 Menschen auf ein Spenderorgan. In den ersten vier Monaten dieses Jahres lag die Zahl der Organspenden in Deutschland zwar über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes, dennoch herrsche weiter ein Mangel, wie aus aktuellen Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht.  Von Januar bis Ende April gab es bundesweit 368 postmortale Organspenden (2025: 341). Damit konnten 1.137 Organe für eine Transplantation an die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant gemeldet werden (2025: 992), hieß es. In Sachsen konnten 27 entsprechende Organspenden (2025: 20) realisiert und 71 Organe (2025: 62) entnommen werden.  Der Tag der Organspende wird am kommenden Wochenende in Leipzig erstmals an zwei Tagen begangen - im Rahmen des Stadtfestes. Auf der Hauptbühne findet dann die Aktion "Geschenkte Lebensjahre" statt. Menschen mit einem Spenderorgan halten Schilder in die Höhe, auf denen die ihnen geschenkten Lebensjahre vermerkt sind. Organspende bekomme so ein Gesicht, hob Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hervor.  "Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger diesen Tag zu nutzen, sich über die Organspende zu informieren, eine eigene Entscheidung zu treffen, sie zu dokumentieren und darüber in der Familie zu sprechen", betonte die Ministerin. Damit entlaste man die Angehörigen im Fall der Fälle.  Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern habe sie sich für die Einführung der Widerspruchsregelung starkgemacht, erklärte Köpping: "Ich hoffe, dass jetzt im Bundestag eine konstruktive Diskussion dazu stattfindet." Die Widerspruchslösung besagt, dass jeder nach seinem Tod als Organspender gilt. Wer nicht spenden möchte, muss aktiv widersprechen. "Die Einführung einer Widerspruchsregelung wäre ein wichtiger Schritt, um die Organspende in Deutschland langfristig zu stärken und zugleich Angehörige in einer emotional hoch belastenden Situation zu entlasten", erläuterte Axel Rahme, Medizinischer Vorstand der DSO. Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland stehe der Organspende positiv gegenüber. Im Ernstfall liege jedoch nur selten ein dokumentierter Wille des potenziellen Organspenders vor. © dpa-infocom, dpa:260601-930-157841/1