Datum01.06.2026 12:26
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Abfallaufkommen in Deutschland sank 2024 auf 362,7 Millionen Tonnen, den niedrigsten Wert seit 2009. Dies bedeutet eine Verringerung um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Primär ist dieser Rückgang auf stark gesunkene Bau- und Abbruchabfälle (-8,1%) sowie weniger Abfälle aus Produktion und Gewerbe (-4,1%) zurückzuführen. Während Siedlungsabfälle leicht zunahmen, deutet die allgemeine Abnahme auf eine anhaltende wirtschaftliche Schwäche hin. Die Verwertungsquote von 82 Prozent blieb konstant.
InhaltDas Abfallaufkommen ist 2024 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gesunken. Für die Umwelt mag das gut sein, die Gründe weisen aber auch auf eine anhaltenden Schwäche der Wirtschaft hin. In Deutschland wurde im Jahr 2024 weniger Abfall produziert. So ist das Aufkommen auf den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2009 zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Laut den vorläufigen Ergebnissen entstanden 362,7 Millionen Tonnen Abfälle. Das sind 4,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: Der bislang höchste Wert wurde im Jahr 2018 mit 417,2 Millionen Tonnen gemessen, der niedrigste im Jahr 2009 mit 359,4 Millionen Tonnen. Die Statistiker gaben die Zahlen anlässlich des Tags der Umwelt (5. Juni) bekannt. So gut die Nachricht für den Schutz der Umwelt ist, so ein deutliches Indiz ist sie auch für die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft: Bau- und Abbruchfälle sanken am deutlichsten (minus 8,1 Prozent) auf 182,8 Millionen Tonnen. Sie machen etwa die Hälfte des Abfallaufkommens aus. Übrige Abfälle – insbesondere aus Produktion und Gewerbe – nahmen wiederum um 4,1 Prozent ab auf 45,1 Millionen Tonnen, gefolgt von den bereits in einer Abfallbehandlungsanlage bearbeiteten Sekundärabfällen mit minus zwei Prozent auf 56,1 Millionen Tonnen. Das Aufkommen an Abfällen, die dabei entstehen, wenn Bodenschätze gewonnen und behandelt werden, wuchs dagegen um 4,5 Prozent auf 29,5 Millionen Tonnen. Die Menge an Siedlungsabfällen, das sind insbesondere Abfälle aus privaten Haushalten, stieg leicht um 0,8 Prozent auf 49,3 Millionen Tonnen. Ihr Anteil am Gesamtaufkommen liegt bei etwa 14 Prozent. Pro Kopf kommen dabei mehr als 450 Kilogramm Haushaltsabfall zusammen, hinzu kommt noch Sperrmüll. Laut den Angaben wurden insgesamt 296,2 Millionen Tonnen Abfälle verwertet. Das entspricht einer Verwertungsquote von 82 Prozent. Diese Quote blieb demnach seit dem Jahr 2019 unverändert. Die verbleibenden Abfälle seien entweder auf Deponien abgelagert (16,3 Prozent) oder thermisch beseitigt worden – sprich verbrannt oder pyrolysiert, hieß es. 1,2 Prozent seien wiederum durch eine "sonstige Behandlung" beseitigt worden.