Datum01.06.2026 09:44
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Schweiz hat bei der Eishockey-WM zum dritten Mal in Folge das Finale verloren. Im Heimspiel unterlag sie Finnland mit 0:1 nach Verlängerung. Trotz Überlegenheit und vieler Chancen scheiterten die Schweizer am finnischen Torhüter. Konsta Helenius erzielte das entscheidende Tor für Finnland, das damit zum fünften Mal Weltmeister wurde. Roman Josi wurde trotzdem als wertvollster Spieler ausgezeichnet. Norwegen gewann sensationell Bronze gegen Kanada.
InhaltHeimvorteil, Starspieler, Euphorie und doch endet die Weltmeisterschaft für die Schweiz wie in den Vorjahren mit einer Niederlage. Finnland rang dem Gastgeber nach Verlängerung den Titel ab. Allerdings denkbar knapp. Die Schweiz hat bei der Eishockey-Weltmeisterschaft zum dritten Mal in Serie das Finale verloren. Nach 2024 und 2025 unterlagen die Schweizer bei ihrer Heim-WM Finnland 0:1. Konsta Helenius von den Buffalo Sabres entschied das Spiel mit einem Tor in der Verlängerung. Bei der WM in Zürich hatten die Schweizer ihre Gegner von Beginn an dominiert. Finnland schaffte es dagegen, die Gastgeber mit Härte und starker Defensive zu bekämpfen. "Sie sind wie Roboter", sagte Deutschlands NHL-Star Moritz Seider über die Finnen. Die Schweizer schafften es vor 10.000 Fans lange nicht, NHL-Torhüter Justus Annunen in Bedrängnis zu bringen. Erst im ersten Powerplay kamen die Schweizer mit Timo Meier gefährlich vor das Tor (11. Minute). Dann jubelten die Finnen, aber zu früh: Anton Lundell schlug den Puck aus der Luft ins Tor, doch die Schiedsrichter um den Deutschen André Schrader entschieden nach Videobeweis auf hohen Stock (14.). Gegen Mitte des zweiten Durchgangs schafften es die Schweizer vor den Augen der Sportikonen Roger Federer und Marco Odermatt, den Gegner unter Druck zu setzen. Schuss um Schuss kam dann auf das Tor von Annunen, die beste Möglichkeit vergab Pius Suter (36.). Finnland schoss dagegen nur zweimal auf das Tor von Schlussmann Leonardo Genoni. Auch im dritten Drittel dominierten die Defensivreihen. Finnland wurde wieder gefährlicher, doch die Schweiz hatte die besten Gelegenheiten. Gegen den Schweizer Kapitän Roman Josi rettete Annunen auf der Linie (53.). Wie schon im vergangenen Jahr in Stockholm ging es nach torlosen 60 Minuten in die Verlängerung. In der Extraspielzeit trafen erst die Finnen an den Pfosten (62.), wenig später schoss der Schweizer Damien Riat (64.) an die Latte. Dann zielte Helenius (71.) besser und machte Finnland zum fünften Mal zum Weltmeister. Trotz der Finalniederlage wurde Josi als wertvollster Spieler und bester Verteidiger ausgezeichnet. Bester Stürmer wurde der kanadische Jungstar Macklin Celebrini. Ins All-Star-Team wurden von den Journalisten neben Josi und Celebrini der Schweizer Torhüter Leonardo Genoni, dessen Landsmann und Scorerkönig Sven Andrighetto sowie die finnischen Weltmeister Henri Jokiharju und Aleksander Barkov gewählt. Andrighetto brachte es in zehn WM-Spielen auf vier Tore und elf Vorlagen. Zuvor hatte sensationell Norwegen seine erste WM-Medaille gewonnen. Die Norweger bezwangen Rekordchampion Kanada 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0). Im Halbfinale waren die Norweger beim 0:6 gegen die Schweiz noch chancenlos gewesen. Die kanadische NHL-Auswahl, die nominell die meisten Stars aufbot, flog nun zum dritten Mal in Folge medaillenlos von einer WM nach Hause.