Bruchsal bei Karlsruhe: Zwei Tote nach heftigen Unwettern im Südwesten Deutschlands

Datum01.06.2026 04:46

Quellewww.spiegel.de

TLDRHeftige Unwetter suchten Deutschland heim. In Bruchsal starben zwei Menschen bei einem Unfall durch Aquaplaning. Blitze schlugen in eine Kirche in Osnabrück und ein Wohnhaus ein. Bayern und Nordrhein-Westfalen verzeichneten Einsätze wegen Starkregens, umgestürzter Bäume und beschädigter Infrastruktur. Die Bahnstrecken waren teilweise gesperrt. Ab Montag wird eine Wetterberuhigung erwartet.

InhaltEin Autofahrer ist bei Karlsruhe auf regennasser Straße in den Gegenverkehr geraten, zwei Personen kamen bei dem Unfall ums Leben. In Osnabrück schlug während einer Taufe ein Blitz in der Kirche ein. Deutschland hat am Wochenende einen teils heftigen Wetterumschwung erlebt, Gewitter und Unwetter führten in verschiedenen Teilen des Landes zu Notfällen und zahlreichen Einsätzen von Rettungskräften. In Bruchsal nördlich von Karlsruhe kamen bei einem Unfall auf regennasser Straße zwei Menschen ums Leben. Nach Polizeiangaben geriet das Auto eines 65-Jährigen auf der Bundesstraße 35 wegen Aquaplanings in den Gegenverkehr. Dort stieß es mit einem Fahrzeug zusammen, in dem ein 55-jähriger Mann und eine 54-jährige Frau saßen – die beiden kamen bei der Kollision ums Leben. Der 65-Jährige wurde schwer verletzt mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die Bundesstraße wurde für mehrere Stunden gesperrt. Aquaplaning entsteht, wenn sich bei nasser Fahrbahn ein Wasserfilm zwischen Autoreifen und Straße bildet. Die Reifen können das Wasser nicht mehr schnell genug verdrängen. So verliert das Auto die Bodenhaftung, es beginnt auf dem Wasser zu schwimmen und lässt sich nicht mehr lenken oder bremsen. Einen (glimpflich ausgegangenen) Schreckmoment erlebten die Gäste einer Tauffeier in Osnabrück: Dort schlug ein Blitz in die Kirche ein, in der die Feier abgehalten wurde. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte. Während der Zeremonie in der Pauluskirche hatte es demnach plötzlich einen lauten Knall gegeben. Einige Anwesende hätten wohl kurzzeitig Brandgeruch wahrgenommen, die Feuerwehr habe aber keine Schäden festgestellt. Laut Polizei sprachen einige Beteiligte mit einem Schmunzeln von einem eindrucksvollen "himmlischen Gruß". Zur gleichen Zeit schlug ein Blitz in den Dachstuhl eines Wohnhauses in Melle im Landkreis Osnabrück ein. Auch hier gab es keine Verletzten, aber einen Brand. Auch in Teilen Bayerns sorgte der Wetterumschwung nach der Hitze für zahlreiche witterungsbedingte Einsätze. Heftige Gewitter teils mit Starkregen und stürmischen Böen entwurzelten Bäume, beschädigten Fahrzeuge und behinderten den Verkehr, wie es von Polizeipräsidien hieß. Ein heruntergefallener Balken eines Kirchengerüsts traf in Niederbayern ein Ehepaar und verletzte es leicht. Auf der Autobahn 3 bei Velburg in der Oberpfalz wurden durch das Unwetter drei Strommasten abgeknickt. In Nordrhein-Westfalen gab es ebenfalls witterungsbedingte Einsätze, etwa im Kreis Soest. Dort arbeiteten rund 200 Einsatzkräfte am Nachmittag und bis in die Abendstunden hinein wetterbedingte Einsätze ab. Nach Angaben der Feuerwehr mussten die Kräfte vor allem Folgen von Starkregen beseitigen sowie vereinzelt umgestürzte Bäume entfernen. Wegen der Folgen des Unwetters wurde auch die Bahnstrecke zwischen Unna und Soest gesperrt. Sie sollte nach Angaben der Deutschen Bahn bis voraussichtlich Montagmorgen gesperrt bleiben. Auch in der Region Rheine kam es zu Einschränkungen im Zugverkehr. Grund war nach Bahnangaben ein umgestürzter Baum in einer Oberleitung. Zum Start in die neue Woche und den heutigen meteorologischen Sommeranfang rechnete  der Deutsche Wetterdienst (DWD) nachts zwar noch mit vereinzelten Gewittern und gebietsweise schauerartigem Regen. Danach sollte es jedoch eine Wetterberuhigung geben und in der Folge meist trocken bleiben. Die Gewitter sollten im Laufe der Nacht vielerorts abklingen. Im Südwesten und an den Küsten rechnet der DWD im Laufe des Tages dann sogar mit viel Sonnenschein. Einzelne Schauer sind am ehesten noch in den zentralen und östlichen Mittelgebirgen sowie im Südosten möglich. Gewitter sollte es im Tagesverlauf aber kaum noch geben, dafür Höchstwerte von 19 bis 26 Grad. Heute ist meteorologischer Sommeranfang. Der astronomische Sommerbeginn ist in diesem Jahr am 21. Juni, wenn die Sonne ihren nördlichsten Punkt über der Erde und am Mittag ihren höchsten Stand des Jahres erreicht.