Sportpolitik: Nach Nein zu Olympia - Politische Aufarbeitung startet

Datum01.06.2026 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRHamburgs Bürger lehnten Olympische Spiele mit 54,9% ab, was zur politischen Aufarbeitung führt. Bürgermeister Tschentscher zog die Bewerbung zurück. Nach dem Scheitern Hamburgs verbleiben noch München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin als deutsche Olympia-Bewerber. Der DOSB trifft am 26. September eine Entscheidung über den Kandidaten für das internationale Verfahren. Kiel hofft als möglicher Segelstandort bei den verbleibenden Bewerbern zum Zuge zu kommen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Sportpolitik“. Lesen Sie jetzt „Nach Nein zu Olympia - Politische Aufarbeitung startet“. Nach dem klaren Nein der Hamburgerinnen und Hamburger zu Olympischen Spielen in der Hansestadt startet am Montag die politische Aufarbeitung. Den Anfang machen um 10.30 Uhr die Linken und die NOlympia-Initiative. Danach folgen um 11.30 Uhr ebenfalls im Rathaus Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Sportsenator Andy Grote (SPD) - ehe um 12.30 Uhr Landeswahlleiter Oliver Rudolf das Ergebnis einordnet. Die Initiatoren einer Olympia-Bewerbung waren wie schon 2015 mit ihrem Referendum gescheitert. Diesmal fiel das Ergebnis sogar noch deutlicher aus. Am Ende der Auszählung lagen die Olympia-Gegner mit 54,9 Prozent der Stimmen klar vorn. 45,1 Prozent sprachen sich für die Pläne aus, das Ringe-Spektakel 2036, 2040 oder 2044 an Alster und Elbe zu holen. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,6 Prozent. Rund 1,3 Millionen Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt. Bemerkenswert: In keinem der sieben Bezirke der Stadt gab es eine Mehrheit für die Befürworter. Vor elf Jahren hatten die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Spiele 2024 entschieden. Damals stimmten 51,6 Prozent dagegen, nur 48,4 Prozent dafür. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,2 Prozent. Nach dem Votum hat Bürgermeister Tschentscher die Bewerbung Hamburgs beim Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Thomas Weikert, und dem Vertreter Deutschlands beim Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Michael Mronz, zurückgezogen. "Beide haben das sehr bedauert. Sie haben auch immer bestätigt, dass sie das für ein überzeugendes Konzept gehalten haben", sagte Tschentscher. Nach dem Ausscheiden Hamburgs hat der DOSB nur noch drei Bewerber zur Auswahl. In München und der Rhein-Ruhr-Region hatten sich jeweils etwa 66 Prozent für die jeweilige Bewerbung ausgesprochen. Berlin verzichtet aus verfassungsrechtlichen Gründen auf ein Referendum. Stattdessen beschloss das Abgeordnetenhaus am 21. Mai mehrheitlich, sich um Olympia zu bewerben. Der DOSB entscheidet am 26. September, mit welchem der verbliebenen Kandidaten er ins internationale Bewerbungsverfahren geht. Der DOSB bewertet alle Kandidaten mit Hilfe einer Matrix, in der auch die Bürgerbefragungen berücksichtigt werden.  Bei dem Bürgerentscheid von Hamburgs vorgesehenem Partner Kiel am 19. April hatten 63,5 Prozent dafür gestimmt, dass sich die Stadt für künftige Spiele in Deutschland als Segelstandort empfiehlt. Kiel muss nun hoffen, auch bei den anderen Bewerbern zum Zuge zu kommen. © dpa-infocom, dpa:260601-930-155485/1