Datum01.06.2026 01:57
Quellewww.zeit.de
TLDRKolumbien steht vor einer Stichwahl um das Präsidentenamt. Der ultrarechte Anwalt Abelardo de la Espriella tritt gegen den linken Senator Iván Cepeda an. De la Espriella, bewundert von autoritären Führern, verspricht harte Strafen, während Cepeda auf Verhandlungen und soziale Reformen setzt. Die Wahl entscheidet über die Nachfolge des scheidenden Präsidenten Gustavo Petro.
InhaltDer extrem rechte Anwalt Abelardo de La Espriella erhielt in Kolumbien die meisten Stimmen. In der Stichwahl tritt er gegen Iván Cepeda vom linken Regierungsbündnis an. Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien ziehen der ultrarechte Anwalt Abelardo de la Espriella und der linke Senator Iván Cepeda in die Stichwahl. De la Espriella kam laut am Sonntag veröffentlichten Teilergebnissen auf 44 Prozent der Stimmen, Cepeda erzielte demnach 41 Prozent. Da keiner von beiden in der ersten Runde mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erreichte, ziehen beide am 21. Juni in eine Stichwahl ein. Dann entscheidet sich, wer in Kolumbien auf den scheidenden Amtsinhaber Gustavo Petro folgt, dem ersten linken Präsidenten in der Geschichte des südamerikanischen Landes. Petro durfte laut Verfassung nicht erneut antreten. Der 47-jährige Anwalt und Geschäftsmann De la Espriella, der sich selbst als Außenseiter inszeniert, bewundert US-Präsident Donald Trump, El Salvadors autoritär regierenden Präsidenten Nayib Bukele und Argentiniens rechtslibertären Regierungschef Javier Milei. Er hat eine harte Offensive gegen illegale bewaffnete Gruppen und den Bau von zehn Megagefängnissen angekündigt. Cepeda, ein 63-jähriger Senator, Philosoph und Menschenrechtsanwalt, tritt für das Regierungsbündnis Pacto Histórico an. Er hat versprochen, den Frieden mit illegalen bewaffneten Gruppen durch Verhandlungen anzustreben. Er plant zudem, Reformen zur Verringerung von Ungleichheit und Armut voranzutreiben, unter anderem durch Steuererhöhungen für Spitzenverdiener, eine Landreform sowie den Ausbau der Gesundheitsversorgung. Während Petros vierjähriger Amtszeit sank die Arbeitslosigkeit, der Mindestlohn stieg um 75 Prozent. Doch trotz Verhandlungen der Regierung mit den Guerilla- und paramilitärischen Gruppen des Landes verschlechterte sich die Sicherheitslage. Kolumbien leidet seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten, an denen linke Guerillagruppen, die Armee, rechte Paramilitärs und Drogenbanden beteiligt sind.