Technologieexport: US-Regierung schließt Schlupfloch beim Export von KI-Chips

Datum01.06.2026 01:10

Quellewww.zeit.de

TLDRDie US-Regierung hat neue Regeln zur Verhinderung des Exports von KI-Chips nach China erlassen. Ein vergangenes Jahr entstandenes Schlupfloch, das chinesischen Unternehmen über ausländische Tochterfirmen den Zugang zu fortschrittlichen KI-Chips von Herstellern wie Nvidia ermöglichte, wird damit geschlossen. Die neuen Richtlinien des Handelsministeriums unterbinden diesen Umweg und erfordern Lizenzen für Exporte an Unternehmen mit chinesischem Mutterkonzern, auch wenn die Tochtergesellschaft im Ausland sitzt. Dies unterstreicht den fortgesetzten harten Kurs der USA gegenüber Chinas KI-Entwicklung.

InhaltNeue Regeln sollen verhindern, dass Unternehmen in China über Tochterfirmen im Ausland KI-Chips bestellen können. Die Lücke war erst im vergangenen Jahr entstanden. Die US-Regierung geht gegen den Export hochmoderner Chips für Künstliche Intelligenz (KI) an Auslandstöchter chinesischer Konzerne vor. Das Handelsministerium in Washington veröffentlichte am Sonntag neue Richtlinien, um ein Schlupfloch bei den Exportbeschränkungen zu schließen. Dieses hatte es Unternehmen offenbar ermöglicht, die weltweit fortschrittlichsten Prozessoren – wie die Rubin- ‌und Blackwell-Chips von Nvidia sowie MI350x-Chips von AMD – an chinesische Firmen mit Sitz außerhalb der Volksrepublik zu liefern. Das Schlupfloch war 2025 entstanden, als die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Durchsetzung einer Regelung zum weltweiten Zugang zu KI-Chips aussetzte. Einem Brancheninsider zufolge könnten Hunderttausende der Hochleistungschips an Niederlassungen chinesischer KI-Firmen in Ländern wie Malaysia gelangt sein. Der Technologieexperte ‌und ehemalige Mitarbeiter des US-Außenministeriums, ‌Chris McGuire, sprach von einem großen Problem. "Chinesische Unternehmen haben diese Chips gekauft, sehr wahrscheinlich in großem Maßstab", sagte er. Die neuen Vorgaben des Handelsministeriums gelten nun nicht nur für direkte Ausfuhren nach China, sondern auch für Firmen im Ausland, die ihr Hauptquartier oder ihre Muttergesellschaft in China haben, teilte die US-Behörde für Industriesicherheit mit. Für den Export der Chips an Unternehmen mit Hauptsitz in China ‌ist künftig eine Lizenz erforderlich, selbst wenn sich die Tochtergesellschaft im Ausland befindet. Allerdings müssen Rechenzentren den Betrieb oder die Wartung bereits gelieferter ‌Chips und Server nicht einstellen.  Im Rennen um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz sind die Chips der US-Firma Nvidia unersetzlich. US-Präsident Donald Trump hatte China deshalb mit Handelsbeschränkungen für Nvidias beste Produkte belegt. Die neue Maßnahme deutet nun auf einen weiterhin harten Kurs gegenüber der Regierung in Peking hin, obwohl Trump sich zuletzt um ein harmonisches Verhältnis mit Chinas Staatschef Xi Jinping bemühte. Nvidia hatte zuletzt versucht, wieder im chinesischen Markt Fuß zu fassen. Der Konzern machte dort einst Milliardengeschäfte, bis die Streitigkeiten zwischen den Regierungen in Washington und Peking das Geschäft fast zum Erliegen brachten. Für Nvidia, das wertvollste Unternehmen der Welt, geht es bei den Beziehungen zu China um viel Geld: Dem Konzern entgehen nach Schätzung von Firmenchef Jensen Huang allein in diesem Jahr Erlöse von rund 50 Milliarden Dollar.