Datum01.06.2026 00:02
Quellewww.zeit.de
TLDRFinnland ist Eishockey-Weltmeister 2024 nach einem knappen 1:0-Sieg gegen Gastgeber Schweiz in der Verlängerung. Konsta Helenius erzielte das entscheidende Tor. Die finnische Defensive war überragend und ließ kaum Torchancen zu. Die Schweiz erlitt damit ihre fünfte Final-Niederlage seit 2013. Norwegen gewann sensationell Bronze gegen Kanada.
InhaltEin einziges Tor fiel im Finale der Eishockey-WM in Zürich, und dies erst in der Verlängerung. Die Finnen verlängerten damit das Endspieltrauma der Schweizer Gastgeber. Finnland ist erstmals seit 2022 wieder Eishockey-Weltmeister geworden und hat das Final-Trauma der Schweiz verlängert. Die Nordeuropäer besiegten den WM-Gastgeber in Zürich nach Verlängerung mit 1:0 (0:0, 0:0, 0:0, 1:0) und krönten sich mit dem insgesamt fünften Titelgewinn. Konsta Helenius von den Buffalo Sabres sorgte schließlich mit seinem Tor in der Extraspielzeit für die fünfte Schweizer Final-Niederlage nach 2013, 2018, 2024 und 2025. Bei den zuvor neun Siegen bei dieser WM in Zürich hatten die Schweizer den Gegner von Beginn an dominiert – auch dank der Unterstützung ihrer Fans. Finnland schaffte es dagegen, die Gastgeber mit Härte und starker Defensive zu bekämpfen. "Sie sind wie Roboter", beschrieb Deutschlands NHL-Star Moritz Seider die Finnen. Der Schweizer Keeper Leonardo Genoni stand deutlich mehr im Mittelpunkt als sein Gegenüber Justus Annunen. Die erste Torchance in der Partie, die der DEL-Schiedsrichter André Schrader an der Seite des Schweden Tobias Björk leitete, hatten die aggressiv startenden Finnen: Verteidiger Olli Määttä scheiterte an Torhüter Leonardo Genoni (4.). Erst im ersten Powerplay kamen die Schweizer mit Timo Meier erstmals gefährlich vors Tor (11.). Zuerst jubelten die Finnen, aber zu früh: Anton Lundell schlug den Puck aus der Luft ins Tor, doch Schrader und Co. entschieden nach Videobeweis auf hohen Stock (14.). Auch in doppelter Überzahl schafften es die Schweizer zu Beginn des Mitteldrittels nicht, NHL-Torhüter Annunen in Bedrängnis zu bringen. Im zweiten Drittel begannen die Gastgeber mit fünf gegen drei – dank strittiger Entscheidung der Schiedsrichter. Doch Josi und Co. brachten in doppelter Überzahl keine hochkarätige Chance zustande. Die starke finnische Defensive ließ wenig zu. Das Team von Trainer Jan Cadieux erinnerte dabei an die Finalspiele ohne eigene Treffer 2024 und 2025 unter dem damaligen Coach Patrick Fischer. Der 50 Jahre alte Fischer hatte wenige Wochen vor der WM wegen eines gefälschten Covid-Impfzertifikats vor Olympia 2022 zurücktreten müssen. Erst gegen Ende des Mittelabschnitts kamen die Schweizer besser ins Spiel, die beste Möglichkeit vergab Pius Suter (36.). Im dritten Drittel hatte Josi das Siegtor auf dem Schläger, doch Torhüter Justus Annunen kratzte den Puck von der Linie (53.). Erst die Overtime brachte die Entscheidung. Im Spiel um Platz drei hatte zuvor sensationell Norwegen erstmals bei einer Eishockey-Weltmeisterschaft eine Medaille gewonnen. Die Nordeuropäer bezwangen in Zürich Rekordchampion Kanada nach Verlängerung mit 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0) und feierten damit einen historischen Erfolg. Das zuvor beste Ergebnis der Norweger bei einer WM war 1951 der vierte Platz. Damals fand die Endrunde allerdings in Gruppenform statt. Mathias Pettersen (7. Minute) und Stian Solberg (33.) trafen für den Außenseiter. Robert Thomas (59./60.) konnte kurz vor Schluss innerhalb von 66 Sekunden für die Kanadier ausgleichen. In der Extraspielzeit sorgte Noah Steen (64.) für den umjubelten Siegtreffer. Mit Henrik Haukeland besaßen die Norweger einen überragenden Rückhalt. Der Keeper spielt bei den Straubing Tigers in der Deutschen Eishockey Liga.