Datum31.05.2026 23:37
Quellewww.spiegel.de
TLDRAußenminister Wadephul warnt vor eskalierendem Israel-Libanon-Konflikt. Er ruft Israel und die Hisbollah zur Deeskalation auf und betont Israels Sicherheitsinteressen. Gleichzeitig mahnt er zum Schutz der Zivilbevölkerung. Wadephul sieht die Stärkung des libanesischen Staates und dessen Vorgehen gegen die Hisbollah als Schlüssel zur Stabilisierung. Er hofft auf Fortschritte durch die Gespräche in Washington.
InhaltIsrael rückt im Südlibanon weiter vor, die Waffenruhe gerät zunehmend ins Wanken. Außenminister Johann Wadephul zeigt sich besorgt und fordert Israel und die Hisbollah zur Deeskalation auf. Am Rande eines Besuchs bei den Vereinten Nationen in New York hat Außenminister Johann Wadephul das weitere Vorrücken der israelischen Armee im Süden des Libanon kritisiert und vor einer Verschärfung der Lage in der Region gewarnt. Das Vorgehen Israels gebe "Anlass zu großer Sorge", erklärte der CDU-Politiker. Wadephul rief sowohl Israel als auch die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz dazu auf, zur vereinbarten Waffenruhe zurückzukehren. Zugleich betonte er, Israel habe legitime Sicherheitsinteressen. Die fortgesetzten Angriffe der Hisbollah auf den Norden Israels müssten beendet werden. Dennoch müsse Israel bei militärischen Operationen den Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur gewährleisten, forderte der Außenminister. Jede weitere Eskalation verschärfe die ohnehin angespannte Lage und könne neue Fluchtbewegungen innerhalb des Libanon auslösen. Wadephul warnte zudem vor langfristigen Folgen des Konflikts. Wenn Zivilisten den Preis einer militärischen Eskalation zahlten und Teile des Libanon dauerhaft unbewohnbar würden, trage dies nicht zur Sicherheit Israels bei. Als Schlüssel für eine Stabilisierung des Landes bezeichnete der Außenminister die Stärkung des libanesischen Staates. Die Regierung in Beirut müsse entschlossen gegen die Hisbollah vorgehen und das staatliche Gewaltmonopol auf dem gesamten Staatsgebiet durchsetzen. Hoffnung setzt Wadephul auf die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in Washington. Diese seien "der richtige Kanal, um Fortschritte zu erzielen". Die Hisbollah dürfe den Friedensprozess nicht weiter behindern. Israel war zuletzt weiter auf libanesisches Territorium vorgedrungen und hatte nach eigenen Angaben eine strategisch wichtige Stellung eingenommen. Der libanesische Staat selbst ist nicht direkt an den Kampfhandlungen beteiligt.