Datum31.05.2026 22:06
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Ärztin rettete in Bochum vier nichtschwimmende Familienmitglieder, die in die Ruhr geraten waren. Die Familie grillte am Flussufer, als eine Person abrutschte und die anderen zu retten versuchten. Die zufällig vorbeikommende Ärztin zog alle aus dem Wasser und leitete lebensrettende Maßnahmen ein. Ein Beteiligter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei warnt vor den Gefahren des Schwimmens in Flüssen.
InhaltEin Grillnachmittag endete in Bochum mit einem Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst. Vier Familienmitglieder gerieten ins Wasser und konnten sich nicht selbst retten. Eine Passantin rettete die Nichtschwimmer vor dem Ertrinken. Ein Familienausflug an der Ruhr hat am Sonntagnachmittag einen größeren Rettungseinsatz in Bochum ausgelöst. Vier Menschen gerieten nahe der Kemnader Straße ins Wasser und konnten sich nicht mehr selbst ans Ufer retten. Eine zufällig vorbeikommende Radfahrerin wurde zur Lebensretterin. Die Frau, die laut Feuerwehr als Ärztin arbeitet, erkannte die Notlage sofort und zog alle vier Betroffenen aus der Ruhr. Eine Frau war zu diesem Zeitpunkt bereits bewusstlos. Die Ersthelferin leitete umgehend lebensrettende Maßnahmen ein, die später von Einsatzkräften der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) von einer nahe gelegenen Wachstation übernommen wurden. Kurz darauf trafen weitere Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst ein. Eine Person wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, drei weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Nach bisherigen Erkenntnissen hielt sich eine achtköpfige Familie zum Grillen am Flussufer auf. Wie ein Polizeisprecher im Gespräch mit dem SPIEGEL erklärte, soll zunächst eine Frau zu nah ans Ufer geraten und ins Wasser gerutscht sein. Beim Versuch, ihr zu helfen, geriet eine weitere Angehörige demnach ebenfalls in die Ruhr. In der Folge gingen auch zwei weitere Familienmitglieder nacheinander ins Wasser, um die anderen herauszuziehen. Sie gerieten aber selbst in Not. Laut Polizei konnten alle vier Betroffenen nicht schwimmen. Obwohl sie sich an einer vergleichsweise flachen Stelle befanden, gelang es ihnen nicht, aus eigener Kraft wieder ans Ufer zu gelangen. Auch die übrigen Familienmitglieder mussten vor Ort betreut werden. Ein Sprecher der Feuerwehr erklärte dem SPIEGEL, die Angehörigen seien von dem Geschehen stark mitgenommen gewesen, nachdem sie ihre Familienmitglieder in Lebensgefahr gesehen hatten. Der Einsatz dauerte rund zwei Stunden. Neben Feuerwehr und Rettungsdienst war auch ein Rettungsboot der DLRG im Einsatz. Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Ursache des Unglücks aufgenommen. Nach dem Vorfall erinnern Feuerwehr und DLRG Bochum erneut an die erheblichen Risiken in Fließgewässern. Strömungen, plötzlich abfallende Uferbereiche und kalte Wassertemperaturen können selbst erfahrene Menschen in Gefahr bringen. Besonders für Nichtschwimmer besteht ein hohes Risiko. Das Schwimmen in der Ruhr gilt als lebensgefährlich und wird ausdrücklich nicht empfohlen. Stattdessen sollten ausschließlich ausgewiesene und überwachte Badebereiche genutzt werden.