Streit mit DFB beendet: Bundesliga der Frauen wird ausgegliedert

Datum31.05.2026 18:10

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Frauen-Bundesliga wird im Sommer 2027 vom DFB ausgegliedert und stattdessen von einem neuen Ligaverband (FBL) organisiert. Dieser Schritt soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern und orientiert sich am Modell der Männer-DFL. Ein Vertragsabschluss regelt die Zusammenarbeit, finanzielle Regelungen und die Vertretung der FBL im DFB-Präsidium. Der DFB investiert weiterhin in Nationalspielerinnen und Nachwuchs.

InhaltDer befürchtete Bruch mit dem DFB bleibt aus, trotzdem löst sich die Fußball-Bundesliga der Frauen vom Dachverband. Der Schritt soll die Clubs international wettbewerbsfähiger machen. Die Frauen-Bundesliga wird ab Sommer 2027 nicht mehr vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) organisiert. Der DFB hat sich mit dem Ligaverband FBL auf einen Grundlagenvertrag zur Ausgliederung verständigt. Nach einer Übergangssaison 2026/2027 soll die Verantwortung zum 1. Juli 2027 vom DFB auf den FBL übergehen. Das Modell orientiert sich an der Struktur der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Männerfußball. Im Dezember hatten die 14 Vereine der Frauen-Bundesliga überraschend erklärt, den Ligaverband ohne den DFB gründen zu wollen. Der befürchtete Bruch der deutschen Topteams mit dem Dachverband bleibt trotz der Ausgliederung aus. Der Grundlagenvertrag regelt die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Beziehungen zwischen DFB und FBL zunächst für sieben Jahre. Nach Angaben des FBL sollen in dieser Zeit über 20 Millionen Euro vom DFB an den Ligaverband fließen. Vorgesehen ist zudem ein Sitz der FBL-Präsidentin im DFB-Präsidium. FBL-Präsidentin Katharina Kiel sprach von einem "historischen Schritt" für den professionellen Fußball der Frauen in Deutschland. "Wir werden die Zukunft der Liga künftig aus eigener Kraft gestalten – mit klarer Verantwortung der Clubs, professionellen Strukturen und dem Anspruch, international wettbewerbsfähiger zu werden." Vereinbart wurden unter anderem ein vom FBL zu zahlender Pachtzins sowie ab dem vierten Vertragsjahr finanzielle Beiträge, etwa aus Ticketeinnahmen, an die Landesverbände. Der DFB will nach eigenen Angaben weiterhin die Abstellung von Nationalspielerinnen vergüten und in die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens sowie in zertifizierte Nachwuchsleistungszentren investieren. DFB-Präsident Bernd Neuendorf nannte die Einigung einen "tragfähigen Kompromiss". DFB-Generalsekretär Holger Blask sagte, klare Zuständigkeiten seien hauptsächlich für die Vermarktung notwendig. Schon im Herbst geht es um einen neuen Medienrechtevertrag, den der FBL verhandeln soll. Die endgültige Entscheidung über die neuen Strukturen soll ein außerordentlicher DFB-Bundestag treffen. Im Juni will die FBL-Seite die Beschlüsse auf ihrer Mitgliederversammlung bestätigen.