Ukraine-Krieg: IAEA meldet keine erhöhte Strahlung nach Angriff auf AKW Saporischschja

Datum31.05.2026 17:47

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie IAEO meldet nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf das AKW Saporischschja keine erhöhte Strahlung. IAEA-Chef Grossi bezeichnete den Vorfall als gefährlich für die nukleare Sicherheit und forderte ein Ende solcher Attacken. Das größte europäische Atomkraftwerk, das unter russischer Kontrolle steht, produziert derzeit keinen Strom, birgt aber weiterhin radioaktives Material. Russland beschuldigt die Ukraine, die westlich von den Experten untersucht wurden.

InhaltNach dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf das Atomkraftwerk SAPO konnte ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde vor Ort bislang keine verstärkte Radioaktivität feststellen. Nach einem mutmaßlichen Drohneneinschlag im russisch besetzten Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine haben internationale Beobachter vor Ort keine erhöhte Strahlung gemessen. Das teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mit, die ein Team in dem Atomkraftwerk stationiert hat. IAEA-Chef Rafael Grossi sprach von einem schwerwiegenden Vorfall, der Grundprinzipien der nuklearen Sicherheit gefährde. Er forderte die Einstellung solcher Attacken, um einen Atomunfall zu verhindern. Das betroffene Turbinengebäude befindet sich direkt neben einem der sechs Reaktoren von Saporischschja. Mit einer Nennleistung von 6000 Megawatt ist Saporischschja das größte Atomkraftwerk Europas. Es gehört zur Ukraine, steht aber seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Derzeit produziert es aus Sicherheitsgründen keinen Strom, doch befindet sich in der Anlage weiterhin radioaktives Material. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Zuvor hatten die von Moskau eingesetzte Kraftwerksleitung und der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, das ukrainische Militär für den Angriff verantwortlich gemacht. Dabei soll eine über ein Glasfaserkabel ferngesteuerte Drohne eingesetzt worden sein. Die ukrainische Armee wies die Vorwürfe zurück. Die aktuelle SPIEGEL-Titelstory: Mit neuen Drohnentypen erzielen ukrainische Truppen Gebietsgewinne. Setzt Selenskyjs Armee nun zu einer neuen Gegenoffensive an?  Die IAEA-Fachleute inspizierten das betroffene Turbinengebäude am Tag nach dem Einschlag. Der Schaden stimme mit einem Drohneneinschlag überein, befanden sie. Sie berichteten auch von verbrannten Glasfaser-Resten am Ort des Einschlags. Die Organisation äußert sich nach solchen Vorfällen aber grundsätzlich nicht darüber, welche der Kriegsparteien verantwortlich ist.