Datum31.05.2026 17:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRBerlins Digitalstaatssekretär Matthias Hundt tritt überraschend von seinem Rücktritt zurück, nachdem Vorwürfe im Kontext einer Firmeninsolvenz bekannt wurden. Obwohl die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt, betont Hundts Anwalt die Haltlosigkeit der Vorwürfe und die fehlende Verantwortung für die Insolvenz einer zweiten Firma. Der Senat will Hundt dennoch entlassen, was ihm nun ein Übergangsgeld von etwa 72.000 Euro sichert. Hundt war erst seit etwas mehr als zwei Monaten im Amt.
InhaltBerlins Digital-Staatssekretär Matthias Hundt nimmt überraschend seinen Rücktritt zurück, der Senat will ihn trotzdem entlassen. Nun winkt ihm ein stattliches Übergangsgeld. Im Job war Hundt gut zwei Monate. Nur etwas mehr als zwei Monate war der Berliner Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, im Amt, bevor er am Dienstag um seine Entlassung bat. Jetzt hat er diese Bitte allerdings wieder zurückgenommen, soll aber dennoch gehen, wie Senatssprecherin Christine Richter der Nachrichtenagentur dpa mitteilte: "Der Senat bereitet die Entlassung vor und will sie am Dienstag beschließen". Zuvor hatte der RBB berichtet. Was war passiert? Durch Recherchen von MDR und RBB wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Dresden im Kontext der Insolvenz einer Firma Hundts ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft Dresden wurde Ende November 2025 ein Insolvenzverfahren über das Vermögen von Hundts Beratungsunternehmen SDC Sachsen Digital Consulting GmbH eröffnet. Hundt bat wegen dieser "Medienkampagne", die zu einer "unerträglichen Belastung" für ihn und seine Familie geworden sei, um seine Entlassung. Durch den plötzlichen Rücktritt vom Rücktritt steht Hundt jetzt bei einer Entlassung ein Übergangsgeld zu. Die Summe entspreche seinem sechsfachen Monatsgehalt, also etwa 72.000 Euro, sagte Senatssprecherin Richter. Wäre er bei seiner Entlassungsbitte geblieben, wäre er leer ausgegangen. Hundts Anwalt begründet die Entscheidung so: "Mein Mandant bittet aus zwei Gründen nicht mehr um seine Entlassung: Zum einen hat er sich sehr über das offensichtlich gezielt gestreute Gerücht geärgert, er sei mit seinem angekündigten Rücktrittsangebot lediglich seiner Entlassung zuvorgekommen. Der Mandant hatte die Erwartung, dass die mediale Kampagne gegen ihn mit seinem Rücktrittsangebot ein Ende haben würde. Diese Hoffnung wurde leider enttäuscht." Vor allem aber seien die gegen ihn erhobenen Vorwürfe haltlos. "Für die SDC Sachsen Digital Consulting GmbH findet nun eine Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung Bund statt, um zu klären, ob überhaupt offene Beitragsforderungen bestehen. Für die Insolvenz der Humboldt Capture Germany GmbH trägt der Mandant keine Verantwortung. Er war dort nie Gesellschafter, sondern nur Fremdgeschäftsführer und das auch nur bis Herbst 2024." Der gebürtige Dresdner Hundt, Jahrgang 1969, war erst Mitte März zum Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in der Berliner Senatskanzlei ernannt worden. Er folgte auf Martina Klement, die als Wirtschaftsministerin in die Brandenburger Landesregierung wechselte und zuvor mit Erfolg die Berliner Verwaltung modernisierte. Lesen Sie hier mehr dazu, wie Klement das geschafft hat.