Datum31.05.2026 15:13
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Bezirksstadtrat von Charlottenburg räumt Fehler bei Brandschutzkontrollen im Hauptgebäude der TU Berlin ein. Wegen Personalmangels wurden diese "so gut wie gar nicht" durchgeführt, und man konzentrierte sich auf privat betriebene Einrichtungen. Einem öffentlich-rechtlichen Betrieb wurde eine höhere Wahrscheinlichkeit der Einhaltung von Vorschriften zugesprochen, was sich als Fehlannahme herausstellte. Das Gebäude ist seit Mai wegen erheblicher Brandschutzmängel geschlossen.
InhaltHätte man die Missständen beim Brandschutz im gesperrten Hauptgebäude der TU Berlin früher erkennen können? Der zuständige Bezirksstadtrat räumt Fehler ein – wegen Personalmangels. Der Brandschutz in öffentlichen Gebäuden, etwa Gaststätten, Krankenhäusern und Hochschulen, soll von Behörden regelmäßig überprüft werden. Im Fall der Technischen Universität (TU) in Berlin lief das aber anders: Der Charlottenburger Bezirksstadtrat Christoph Brzezinski räumte dabei im Zuge der Debatte über die Schließung des Hauptgebäudes der TU Fehler ein. Einige Zeit seien behördlich angeordnete Brandschutzkontrollen, sogenannte Brandsicherheitsschauen, in dem Bezirk wegen Personalmangels "so gut wie gar nicht" durchgeführt worden. Seit einigen Jahren sei das wieder anders, aber: "Wir haben uns dabei zugegebenermaßen dann vor allem auch auf privat betriebene Einrichtungen konzentriert", sagte der CDU-Politiker vor wenigen Tagen in einer Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf. In Berlin ist das Hauptgebäude der TU seit Anfang Mai aus Sicherheitsgründen komplett dicht. Als Hauptgrund gelten erhebliche Mängel beim Brandschutz und bei Brandmeldeanlagen. (Lesen Sie hier mehr dazu: "Diese Universität ist eine Bruchbude".) Der zuständige Bezirksstadtrat argumentierte in einer SItzung , man sei davon ausgegangen, dass die öffentlich betriebenen Einrichtungen des Landes Berlins mit höherer Wahrscheinlichkeit "von alleine" den Vorschriften entsprächen. "Da muss man im Nachhinein sagen, das war offenbar eine Fehlannahme." Wegen Baumängeln ist das Hauptgebäude der Hochschule seit dem 9. Mai geschlossen. Nach Angaben der TU müssen rund 350 Lehrveranstaltungen pro Woche in andere Räume verlegt werden oder digital stattfinden. Wann das Hauptgebäude wieder öffnet, ist derzeit unklar. "Es ist ehrlicherweise allen, die mit der TU Berlin zu tun haben, seit vielen Jahren bekannt, dass es dort einen ganz erheblichen Sanierungs- und Investitionsrückstau gibt", sagte Brzezinski, der für die Bereiche Stadtentwicklung, Liegenschaften und IT zuständig ist. Auch die Bauaufsicht habe davon gewusst. "Ganz konkret sind wir seit ungefähr 1,5 Jahren dabei, uns die Liegenschaften der TU anzusehen", sagte der Bezirksstadtrat. Das geschehe in enger Abstimmung mit der Universität.