FDP: Wolfgang Kubicki attackiert unterlegene Marie-Agnes Strack-Zimmermann – »Jetzt weißt du, wo der Hammer hängt«

Datum31.05.2026 12:34

Quellewww.spiegel.de

TLDRWolfgang Kubicki wurde nach einer Kampfabstimmung neuer FDP-Chef, knapp 40% der Stimmen entfielen auf seine unterlegene Konkurrentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Kubicki attackierte sie daraufhin deutlich und verwies auf die klare Mehrheit für ihn. Das Ergebnis offenbart eine tiefe Spaltung in der Partei zwischen dem rechtsliberalen Flügel (Kubicki) und dem sozialliberalen Flügel (Strack-Zimmermann). Kubicki lehnt eine aktive Annäherung an das Lager von Strack-Zimmermann ab.

InhaltIhren Vorsitzenden hat die FDP gewählt, doch von Frieden kann in der Partei keine Rede sein. Auch am Tag nach der turbulenten Abstimmung ätzen die Kontrahenten Kubicki und Strack-Zimmermann gegeneinander. Wohin steuert die FDP? Nach der dramatischen Wahl von Wolfgang Kubicki zum neuen Chef der Liberalen kocht in der Partei der Machtkampf wieder hoch. Der neue Vorsitzende und seine unterlegende Kontrahentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann liefern sich auch am Sonntag ein regelrechtes Wortgefecht. Via "Bild"-Zeitung wandte sich Kubicki an Strack-Zimmermann mit wenig schmeichelhaften Worten: "Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent. Und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt". Wenn Strack-Zimmermann sich an dem Ergebnis "ergötzen" wolle, "dann bitte schön". Und wenn sie die FDP "in die Bedeutungslosigkeit führen" wolle, dann solle sie "genauso" weitermachen. Kubicki gilt als Frontmann der Rechtsliberalen in der FDP, Strack-Zimmermann ist die bekannteste Vertreterin des sozialliberalen Flügels. Auf dem Parteitag der Liberalen in Berlin wollte sich Kubicki trotz interner Kritik am Samstag eigentlich unangefochten zum Vorsitzenden wählen lassen. Sein bis dahin einziger Mitbewerber Henning Höne hatte vorab seine Kandidatur zurückgezogen. Doch dann trat überraschend Strack-Zimmermann  an und zwang Kubicki in eine Kampfabstimmung, bei der sie auf knapp 40 Prozent kam. Kubicki holte knapp 60 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis zeigte, wie tief gespalten die FDP ist. Nach der Abstimmung hatte Strack-Zimmermann zwar erklärt, sie wolle Kubicki die Hand reichen. Gleichzeitig richtete sie eine Warnung in Richtung ihres Rivalen: "Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht", sagte Strack-Zimmermann der "Bild". "Er muss jetzt verbinden." Und: "Wir werden ganz genau schauen, wohin die Partei geht." Kubicki wiederum ließ wenig Bereitschaft erkennen, auf den doch erheblichen Teil an Liberalen zuzugehen, die sich gegen ihn gestellt haben. Auf die Frage, wie er Strack-Zimmermann und deren Lager für sich gewinnen wolle, entgegnete er am Samstagabend in der ARD: "Gar nicht." Kubicki fügte hinzu: "Meine Aufgabe besteht nicht darin, irgendjemanden zu gewinnen, sondern dafür zu sorgen, dass die Freien Demokraten von den Wählerinnen und Wählern ernst genommen werden."