Datum31.05.2026 12:13
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Drogenbeauftragte Hendrik Streeck fordert höhere Zigarettenpreise zur Eindämmung des Rauchens, insbesondere bei Jugendlichen. Die WHO warnt vor steigendem Tabak- und Nikotinkonsum bei jungen Menschen weltweit und in Deutschland. Die Bundesärztekammer plädiert für strengere Regulierungen wie neutrale Verpackungen und Werbeverbote, um Jugendliche besser zu schützen. Höhere Preise sollen vom Einstieg abhalten und beim Aufhören helfen.
InhaltDer Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, ist für eine Erhöhung der Tabaksteuer. Die WHO warnt vor den Folgen des Rauchens für Jugendliche. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), hat deutlich höhere Preise für Zigaretten und Vapes gefordert. Der Preis dieser Produkte müsse "spürbar steigen", sagte Streeck der Rheinischen Post. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor den Gefahren des Rauchens für junge Menschen gewarnt. Weltweit konsumierten mindestens 40 Millionen Menschen im Alter von 13 bis 15 Jahren Tabakprodukte. Der Gebrauch von E-Zigaretten sowie Nikotinbeuteln unter Jugendlichen nehme zu, teilte die WHO am Freitag in Genf mit. Die WHO forderte die Regierungen auf, Jugendliche besser vor Tabak- und Nikotinprodukten zu schützen. Dieser Anstieg gilt auch für Deutschland. Die kürzlich veröffentlichte Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) verzeichnet einen Anstieg der jugendlichen Raucher in Deutschland. Demnach hat 2025 fast jeder Zehnte (9,6 Prozent) der 12- bis 17-Jährigen Nikotinprodukte konsumiert. 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Vor allem der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeuteln habe deutlich zugenommen. "Höhere Preise halten gerade junge Menschen vom Einstieg ab und helfen vielen Raucherinnen und Rauchern beim Aufhören", begründete Streeck seine Forderung nach einer höheren Steuer. Es sei "zynisch, eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer mit dem Argument abzulehnen, dass dann weniger Menschen rauchen und deshalb die Einnahmen sinken könnten". Das sei "kein Einnahmeausfall, den man beklagen sollte. Das ist ein gesundheitspolitischer Erfolg, den man erreichen muss." Die Bundesärztekammer forderte indes bessere gesetzliche Maßnahmen zum Schutz von Jugendlichen. "Dass die Zahl junger Raucher zuletzt wieder gestiegen ist, ist höchst bedenklich", sagte Präsident Klaus Reinhardt der Rheinischen Post. Er rief die Politik auf, mit Werbegesetzen dagegen vorzugehen. "Konkret fordern wir neutrale Verpackungen für Tabak- und Nikotinprodukte, ein vollständiges Aromaverbot in E-Zigaretten, ein Verbot des Verkaufs von E-Zigaretten über Automaten und online und ein umfassendes Werbeverbot auch in den sozialen Medien und am Verkaufsort."