Datum31.05.2026 05:14
Quellewww.spiegel.de
TLDRNach der Kampfabstimmung um den FDP-Vorsitz bietet die unterlegene Marie-Agnes Strack-Zimmermann dem siegreichen Wolfgang Kubicki die Zusammenarbeit an. Sie will die FDP erneuern und die Interessen ihrer Unterstützer vertreten. Kubicki fokussiert sich jedoch primär auf die Wähler und zeigt wenig Bereitschaft, auf die Positionen von Strack-Zimmermann einzugehen. Strack-Zimmermann erklärte, sie sei angetreten, um den Mitgliedern eine Wahlmöglichkeit zu geben.
InhaltEines hat die Kampfabstimmung über den FDP-Vorsitz gezeigt: Die Partei zerfällt in zwei Lager. Die unterlegene Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist zur Zusammenarbeit mit Gewinner Wolfgang Kubicki bereit. Doch der hat andere Prioritäten. Die in der Kampfabstimmung um den FDP-Vorsitz unterlegene Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat dem neuen Parteichef Wolfgang Kubicki ihre Unterstützung angeboten. "Ich reiche Wolfgang Kubicki ausdrücklich die Hand für eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit", sagte die Europa-Abgeordnete. "Es geht jetzt nicht um Personen, sondern darum, die FDP gemeinsam wieder stark zu machen." Die 68-Jährige hatte am Vortag beim Bundesparteitag überraschend gegen Kubicki für den Parteivorsitz kandidiert. 33 Delegierte schlugen sie erst unmittelbar vor der Neuwahl von Präsidium und Bundesvorstand vor. Kubicki setzte sich mit 59,27 Prozent der Delegiertenstimmen gegen sie durch – mehr dazu hier . Strack-Zimmermann wies darauf hin, dass sie kraft ihres Amtes als Leiterin der FDP-Abgeordneten im Europäischen Parlament Teil des Präsidiums und der Parteiführung bleibe. Sie habe in der Abstimmung über den Parteivorsitz knapp 40 Prozent der Stimmen erhalten. Den Mitgliedern, die so für einen anderen Kurs votiert hätten, wolle sie im Präsidium weiterhin eine starke und verlässliche Stimme geben. "Mein Anspruch ist es, konstruktiv an der Erneuerung der FDP mitzuwirken, notwendige inhaltliche Korrekturen anzumahnen und dort Impulse zu setzen, wo sie aus meiner Sicht erforderlich sind", sagte Strack-Zimmermann. Kubicki zeigt allerdings wenig Bereitschaft, Rücksicht auf die Positionen von Strack-Zimmermann und ihren Anhänger zu nehmen. "Gar nicht", antwortete er in den ARD-Tagesthemen auf die Frage, wie er diese für sich gewinnen wolle. "Weil meine Aufgabe nicht darin besteht irgendjemanden zu gewinnen, sondern dazu beizutragen, dass die Freien Demokraten von den Wählerinnen und Wählern wieder ernst genommen werden. Es ist völlig egal, wie wir uns da selbst empfinden, ob wir lustig oder traurig sind." Strack-Zimmermann erläuterte, warum sie so überraschend gegen Kubicki antrat. Mit dem Rückzug des NRW-Landesvorsitzenden Henning Höne unmittelbar vor dem Parteitag sei der FDP die Möglichkeit genommen worden, einen offenen Wettbewerb um den künftigen Kurs der Partei zu führen, sagte sie. "Nach reiflicher Überlegung habe ich mich deshalb kurzfristig entschieden, selbst anzutreten und den Mitgliedern diese Wahl zu ermöglichen."