Datum31.05.2026 01:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie IAEA fordert Zugang zur Turbinenhalle des AKW Saporischschja nach Drohnenangriff. Russland beschuldigt die Ukraine, die IAEA ist besorgt über die Angriffe. Der Vorfall ereignet sich im größten AKW Europas, das unter russischer Kontrolle steht, aber keinen Strom produziert. Nach russischen Angaben waren wichtige Anlagen nicht beschädigt. Die Ukraine weist die Anschuldigungen zurück und warnt vor russischen Angriffen. Zuvor gab es ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur.
InhaltErstmals seit April 2024 wurde das Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja von einer Drohne getroffen. Russland macht die Ukraine für den Angriff verantwortlich. Die Atomenergiebehörde IAEA pocht auf Zutritt zur getroffenen Halle. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) fordert Zugang zu der von einer Drohne getroffenen Turbinenhalle im Kernkraftwerk Saporischschja. Die Behörde sei über einen Angriff informiert worden, bei dem ein Loch in die Wand der Halle gerissen worden sei, teilt die IAEA auf der Plattform X mit. Es sei der erste Drohnenangriff innerhalb des Kraftwerksgeländes seit April 2024 – mehr dazu hier. Mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6000 Megawatt ist Saporischschja das größte Atomkraftwerk Europas. Es gehört zur Ukraine, steht aber seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Derzeit produziert es keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi zeigte sich ernsthaft besorgt über den Vorfall. Angriffe auf Atomanlagen seien wie ein Spiel mit dem Feuer, erklärte er. Die aktuelle SPIEGEL-Titelstory: Mit neuen Drohnentypen erzielen ukrainische Truppen Gebietsgewinne. Setzt Selenskyjs Armee nun zu einer neuen Gegenoffensive an ? Nach Angaben des russischen staatlichen Atomkonzerns Rosatom soll eine ukrainische Kampfdrohne für den Treffer verantwortlich sein. Wichtige Anlagen seien bei der Explosion nicht beschädigt worden, erklärte Rosatom-Chef Alexej Lichatschow. Das ukrainische Militär wies die russische Behauptung zurück, dass es hinter dem Angriff stecke, und bezeichnete diese als "Propagandatrick". Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte erneut vor einem neuen massiven russischen Luftangriff. "Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarme nicht zu ignorieren. Zwar sei die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft, jedoch räumte Selenskyj Probleme beim westlichen Nachschub für die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern ein. Die Ukraine hatte in der Nacht zum Samstag russischen Behördenangaben zufolge einen Tanker, einen Hafen und ein Öllager im Süden Russlands angegriffen. Brände auf dem Schiff und im Hafen von Taganrog am Asowschen Meer seien gelöscht worden, teilt der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein Ölaustritt sei nicht gemeldet worden, jedoch seien zwei Menschen verletzt worden. In der Region Krasnodar brach laut den dortigen Behörden in der Stadt Armawir nach dem Drohnenangriff ein Feuer in dem Öllager aus. Es konnte demnach inzwischen unter Kontrolle gebracht werden. Es habe keine Verletzten gegeben.