Datum30.05.2026 19:17
Quellewww.zeit.de
TLDRTausende Anwohner protestierten an der Brennerautobahn gegen hohe Verkehrsbelastung. Sie fordern mehr Gütertransport auf der Schiene und eine Anhebung der Lkw-Maut auf Schweizer Niveau. Trotz einer ganztägigen Sperrung des Alpenpasses blieb das befürchtete Verkehrschaos weitgehend aus, viele Reisende wichen aus oder verschoben ihre Fahrten. Die Protestierenden kritisieren Lärm und Abgase als unerträglich.
InhaltAn der Brennerautobahn in Österreich haben Tausende Anwohner gegen die hohe Verkehrsbelastung protestiert. Sie forderten, Güter auf Zügen zu transportieren. Etwa 5.000 Menschen haben auf der Brennerautobahn gegen Lärm, Abgase und Belastungen durch den starken Verkehr demonstriert. Für den Protest wurde der Alpenpass zwischen Österreich und Italien von 9 bis 19 Uhr gesperrt; das befürchtete Verkehrschaos blieb jedoch weitgehend aus. Der Bürgermeister eines Anrainerdorfes, Karl Mühlsteiger aus Gries in Österreich, hatte die Veranstaltung angemeldet. Der Protest sei ein "sehr, sehr deutliches Zeichen an die hohe Politik", sagte Mühlsteiger. Die könne das Problem nun "nicht mehr kleinreden beziehungsweise ignorieren". Das starke Verkehrsaufkommen und die extremen Abgase auf der Brennerautobahn seien "für die Bevölkerung nicht mehr schaffbar, nicht mehr aushaltbar". Laut dem österreichischen Mobilitätsverein VCÖ hatten im vergangenen Jahr mehr als 2,4 Millionen Lastwagen die Brennerautobahn genutzt. Auf den Transitrouten der benachbarten Schweiz sind es demnach nur etwa 860.000 Lkw gewesen. Bürgermeister Mühlsteiger wirbt deshalb dafür, die Lkw-Maut auf der Brennerautobahn auf das Schweizer Niveau anzuheben. Außerdem fordern die Demonstrierenden, den Schwerverkehr auf die Schiene zu verlagern und besseren Lärmschutz einzubauen. Obwohl der Protesttag in die Pfingstferien mehrerer deutscher Bundesländer fiel, blieb das befürchtete Verkehrschaos zunächst aus. Laut dem Österreichischen Automobilclub haben viele Reisende ihre Fahrten wegen des Protests verschoben. Allerdings könne es in den folgenden Stunden oder Tagen zu stärkerem Verkehr kommen, weil die Fahrten dann nachgeholt werden. Wegen des Protests musste das Gebiet weiträumig umfahren werden. Die Brennerstraße B182, die Ellbögener Straße (L38) und die Stubaitalstraße (B183) durften am Samstag nur Fahrer nutzen, die nachweislich in der Gegend zu tun hatten. Der ADAC und das Auswärtige Amt (AA) in Berlin hatten im Vorfeld vor Staus auf Ausweichstrecken bis in den Sonntag hinein gewarnt.