Datum30.05.2026 14:25
Quellewww.zeit.de
TLDRDer WHO-Generaldirekretär besuchte Bunia im Epizentrum des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Er sicherte umfassende Unterstützung für den Kampf gegen die Krankheit zu, insbesondere gegen den Bundibugyo-Virus, für den es keine Behandlung oder Impfstoff gibt. Bisher gibt es über 900 mutmaßliche Fälle und 223 Todesfälle. Im Nachbarland Uganda sind ebenfalls Fälle aufgetreten. Ärzte ohne Grenzen fordern dringende Maßnahmen.
InhaltDer WHO-Generalsekretär hat Bunia, eine Stadt im Epizentrum des Ebola-Ausbruchs, besucht. Er hatte zuvor bereits Unterstützung im Kampf gegen die Krankheit angekündigt. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die Stadt Bunia im Zentrum des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo besucht. Er soll dort ein Behandlungszentrum aufsuchen und örtliche Behördenvertreter, Mitarbeitende im Gesundheitswesen sowie betroffene Familien treffen. Die beste Herangehensweise sei es, jede notwendige Unterstützung für den Kampf gegen die Krankheit in diesem Epizentrum anzubieten und jede benötigte Hilfe zur Verfügung zu stellen, sagte Tedros zu Reporterinnen und Reportern. Tedros hatte zuvor die Hauptstadt Kinshasa besucht und hier bereits alles in seiner Macht Stehende zur Ebola-Bekämpfung zugesagt. In der Provinz Ituri, in der auch die Stadt Bunia liegt, wurde am 15. Mai der aktuelle Ebola-Ausbruch erklärt. Dabei handelt es sich um eine seltene Form von Ebola, den sogenannten Bundibugyo-Virus. Für den Bundibugyo-Virus gibt es aktuell keine Behandlung und keinen Impfstoff. Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten. Nach Angaben der WHO vom Freitag gibt es inzwischen 906 mutmaßliche Infektionsfälle und 223 mutmaßliche Todesfälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch. Im Nachbarland Uganda sind nach Angaben des örtlichen Gesundheitsministeriums vom Freitag neun Fälle und ein Todesfall bestätigt worden. Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs dürfte nach Einschätzung der WHO allerdings größer sein. Die WHO-Spezialistin Anaïs Legand hatte am Freitag von einem ersten nachgewiesenen Genesungsfall nach einer Ebola-Infektion im Rahmen des aktuellen Ausbruchs berichtet. Laut Legand kann man von weiteren von Ebola Geheilten ausgehen, die angesichts der begrenzten Kapazitäten in der Demokratischen Republik Kongo aber nicht getestet wurden. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen rief zu einer sofortigen Ausweitung von Tests, einer schnelleren Entsendung von Einsatzkräften und einem weiteren Zugang zu medizinischen Hilfsgütern auf. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.