Datum30.05.2026 13:51
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Berliner Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, soll entlassen werden, obwohl er seine Bitte um Entlassung zurückgezogen hat. Der Senat bereitet die Entlassung vor und plant, sie zu beschließen. Hundt hat seine Bitte zurückgezogen, da er die Vorwürfe für haltlos hält und ein Gerücht, er habe seiner Entlassung zuvorkommen wollen, ärgerte. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden im Kontext der Insolvenz eines seiner Unternehmen sind der Hintergrund. Hundt war erst seit Kurzem im Amt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Staatsanwaltschaft ermittelt“. Lesen Sie jetzt „Senat bereitet Entlassung von Staatssekretär Hundt vor“. Der Berliner Staatssekretär für Digitalisierung Matthias Hundt hat seine Bitte um Entlassung zurückgenommen - soll seinen Posten aber trotzdem räumen. "Der Senat bereitet die Entlassung vor und will sie am Dienstag beschließen", sagte Senatssprecherin Christine Richter der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte der RBB berichtet. Dadurch, dass er seine Bitte um Entlassung zurückgezogen hat, steht Hundt ein Übergangsgeld zu. Die Summe entspreche seinem sechsfachen Monatsgehalt, also etwa 72.000 Euro, sagte Richter. Der Anwalt von Hundt hatte am Freitagabend mitgeteilt: "Mein Mandant bittet aus zwei Gründen nicht mehr um seine Entlassung: Zum einen hat er sich sehr über das offensichtlich gezielt gestreute Gerücht geärgert, er sei mit seinem angekündigten Rücktrittsangebot lediglich seiner Entlassung zuvorgekommen. Der Mandant hatte die Erwartung, dass die mediale Kampagne gegen ihn mit seinem Rücktrittsangebot ein Ende haben würde. Diese Hoffnung wurde leider enttäuscht." Vor allem aber seien die gegen ihn erhobenen Vorwürfe haltlos. "Für die SDC Sachsen Digital Consulting GmbH findet nun eine Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung Bund statt, um zu klären, ob überhaupt offene Beitragsforderungen bestehen. Für die Insolvenz der Humboldt Capture Germany GmbH trägt der Mandant keine Verantwortung. Er war dort nie Gesellschafter, sondern nur Fremdgeschäftsführer und das auch nur bis Herbst 2024." Zuvor war durch Recherchen von MDR und RBB bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Dresden im Kontext der Insolvenz einer Firma Hundts ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft Dresden wurde am 25. November 2025 ein Insolvenzverfahren über das Vermögen von Hundts Beratungsunternehmen SDC Sachsen Digital Consulting GmbH eröffnet. Der gebürtige Dresdner Hundt, Jahrgang 1969, war erst Mitte März zum Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in der Berliner Senatskanzlei ernannt worden. Er folgte auf Martina Klement, die als Wirtschaftsministerin in die Brandenburger Landesregierung wechselte. © dpa-infocom, dpa:260530-930-150508/1