Datum30.05.2026 13:43
Quellewww.zeit.de
TLDRStarkregen und Gewitter führten in NRW zu zahlreichen Einsätzen, insbesondere im Kreis Steinfurt (800). Feuerwehren und Bahn-Teams sind im Dauereinsatz, um Schäden wie vollgelaufene Keller und beschädigte Oberleitungen zu beheben. Auch am Wochenende sind örtlich Unwetter mit starkem Regen möglich. Der Bahnverkehr, besonders im Ruhrgebiet und Münsterland, ist stark beeinträchtigt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kreis Steinfurt: 800 Einsätze“. Lesen Sie jetzt „Weitere Unwetter in NRW möglich - Bahnverkehr gestört“. Feuerwehren und Reparaturteams der Deutschen Bahn sind nach den Unwettern am Freitag in Nordrhein-Westfalen im Dauereinsatz. Infolge von Gewittern und Starkregen mit bis zu 35 Litern auf den Quadratmeter mussten umgeknickte Bäume beseitigt, Keller leergepumpt und beschädigte Bahn-Oberleitungen instand gesetzt werden. Auch am Samstag und Sonntag kann es Unwetter geben. "Im Vergleich zum Freitag gibt es eine deutliche Beruhigung des Wetters. Aber es sind örtlich Gewitter möglich mit Unwetterpotenzial", sagte Meteorologe Lutz Beckebanze vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Dabei kann es den Prognosen zufolge am Samstag im Süden von Nordrhein-Westfalen Gewitter mit starkem Regen geben, dabei seien 25 Liter pro Quadratmeter möglich. Sonntagfrüh ziehe laut Beckebanze aus Belgien dann eine Gewitterfront mit kräftigen Schauern heran. Dass es so früh am Tag zu Gewittern kommt, liege daran, dass kalte Luft in der Höhe auf warme Luft am Boden treffe. Die Front ziehe dann den Prognosen zufolge im Verlauf des Sonntags nach Ostwestfalen ab. Dort kann es mit geringerer Wahrscheinlichkeit auch zu Gewittern kommen. In der Nacht zum Montag beruhigt sich laut Beckebanze das Wetter, es bleibe in der Folge aber wechselhaft mit sonnigen Abschnitten. Die Unwetter am Freitag und in der Nacht zum Samstag haben eine Vielzahl an Schäden verursacht. Allein im Kreis Steinfurt mussten die Feuerwehren von Freitagabend bis in den Samstag 800 Mal ausrücken, vor allem um Schäden zu beseitigen. Im Verlauf des Samstags habe es laut einem Sprecher des Amtes für Bevölkerungsschutz etwa durch Spaziergängerinnen und -gänger immer wieder neue Schadensmeldungen gegeben. Massive Auswirkungen hatte die Gewitterfront auch auf den Bahnverkehr. Am frühen Samstagnachmittag war der Zugverkehr im nördlichen Ruhrgebiet und im Münsterland weiterhin gestört. Es seien noch Strecken blockiert und Oberleitungen zu reparieren, berichtete die Deutsche Bahn. Es komme zu Ausfällen und Verspätungen. Reparaturarbeiten sollten noch bis in die Nacht zum Sonntag andauern. Im Regionalverkehr waren durch das Unwetter ebenfalls zahlreiche Strecken betroffen. Das Infoportal zuginfo.nrw nannte am frühen Samstagnachmittag noch 9 Regionalexpress- und 12 Regionalbahnlinien, auf denen es vor allem wegen Oberleitungsschäden Beeinträchtigungen gab. Über dem Bereich eines Klimacamps in Dortmund zog ein schweres Gewitter auf. Zum Schutz der Teilnehmenden stellten die Feuerwehr und die Stadt Hamm nach Angaben der Dortmunder Polizei einen Bustransfer zu einer Turnhalle für die Aktivisten zur Verfügung. In Münster hatte die Feuerwehr binnen zwei Stunden mehr als 120 Einsätze. Zwei Ruderer wurden aus der Werse gerettet. "Sie waren von dem Unwetter überrascht worden und hielten sich in Ufernähe an einem Baum fest", teilte die Feuerwehr mit. Ein Open-Air-Konzert musste nach Angaben des WDR nahe der Halle Münsterland abgebrochen werden. Bei dem Versuch, eine überflutete Straße zu durchfahren, blieb ein Autofahrer in Witten mit seinem Fahrzeug im Wasser stecken. Er kletterte auf das Fahrzeugdach und wurde dann von der Feuerwehr unverletzt gerettet, wie diese mitteilte. © dpa-infocom, dpa:260530-930-150455/1