Folgen des Klimawandels: Bedrohter Fisch – Wie die Harzer Bachforelle geschützt wird

Datum30.05.2026 10:01

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Harzer Bachforelle ist durch den Klimawandel bedroht, da ihre bevorzugten kühlen Lebensräume seltener werden und Gewässer austrocknen oder die Wasserqualität sinkt. Um die Art zu retten, setzen Niedersächsische Landesforsten, Sportfischer und Wissenschaftler auf Nachzuchtaktionen. Erwachsene Fische werden schonend gefangen, künstlich befruchtet und die Eier in Laboren ausgebrütet. Junge Forellen werden dann in geschützten Gewässern ausgewildert, um ihnen gute Startbedingungen zu ermöglichen und ein Aussterben zu verhindern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Folgen des Klimawandels“. Lesen Sie jetzt „Bedrohter Fisch – Wie die Harzer Bachforelle geschützt wird“. Die Harzer Bachforelle mag schattig-kühle Plätze mit Verstecken unter Steinen und Wurzeln: Weil sie solche Lebensräume im Wasser immer seltener findet, gilt sie als bedroht. "Verliererin des Klimawandels" nennen die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) die Art. Noch vorhandene Restbestände des Wildfisches könnten aussterben, weil Gewässer trockenfallen oder die Wasserqualität schlechter werde, teilt das Forstamt Clausthal mit.  Um die Bachforelle vor dem Aussterben zu bewahren, gibt es im Harz Rettungsaktionen mit Nachzucht aus dem Labor. Sportfischer, Wissenschaftler und Waldökologen wählten dafür zunächst die Bäche Radau, Dammgraben, Kellwasser, Sieber und Oder als geeignet für eine Elektrobefischung aus, bei der erwachsene Bachforellen sehr schonend gefangen wurden.  Die gefangenen Fische wurden kurz in Wannen gehalten und es erfolgte eine künstliche Befruchtung, wie Försterin Annika Vössing beschreibt. Die Fische seien wieder ausgesetzt und die Eier in einer Zuchtanlage der Uni Göttingen erbrütet worden. Von diesen erbrüteten Fischen seien einige ausgesetzt worden, berichtet Vössing. Ihr zufolge schwimmen sie nun im Langen Teich, wo sie nicht von größeren Raubfischen bedroht sind und gute Startbedingungen haben. Ähnlich wirkten mehrere Partner an einem Nachzuchtprojekt am Fluss Holtemme, der als Nebenfluss der Bode in den Landkreisen Harz und Börde in Sachsen-Anhalt fließt. 2025 brachten die Beteiligten dort mehr als 4.000 winzige Harzer Bachforellen aus der ersten eigenen Nachzucht in den knapp 50 Kilometer langen, größtenteils sehr naturnahen Fluss. © dpa-infocom, dpa:260530-930-149686/1