Datum30.05.2026 10:08
Quellewww.zeit.de
TLDRDie FDP wählt auf ihrem Bundesparteitag eine neue Führung. Wolfgang Kubicki tritt als einziges Kandidat für den Parteivorsitz an, um die FDP zurück in den Bundestag zu führen. Diese personelle Neuausrichtung erfolgt nach jüngsten Wahl Niederlagen und dem Rücktritt des bisherigen Vorstands. Kubicki, ein erfahrener Politiker, will die Partei mit seiner Bekanntheit wieder sichtbarer machen. Die neue, nur für ein Jahr gewählte Führung muss sich auf wichtige Landtagswahlen vorbereiten, bei denen die FDP aktuell unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde liegt.
InhaltIn Berlin kommt die FDP zum Bundesparteitag zusammen. Die Liberalen wollen sich personell neu aufstellen. Parteichef soll mit Wolfgang Kubicki ein alter Bekannter werden. In Berlin hat der Bundesparteitag der FDP begonnen. Mit der Wahl einer neuen Parteiführung wollen sich die Liberalen personell auf kommende Wahlen vorbereiten. Einziger Kandidat für den Parteivorsitz ist der 74-jährige bisheriger Partei-Vize Wolfgang Kubicki. Kubicki soll FDP-Chef Christian Dürr ablösen. Dieser war erst vor rund einem Jahr zum Parteivorsitzenden gewählt worden – nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag und dem Rückzug Christian Lindners aus der Politik. Unter Dürr verlor die FDP jedoch weitere Wahlen und verpasste den Wiedereinzug in die Landtage in Rheinland-Pfalz sowie dem FDP-Stammland Baden-Württemberg. In der Folge traten Präsidium und Bundesvorstand zurück. Trotz heftiger Kritik aus der Partei wollte Dürr ursprünglich erneut für das Amt des Bundesvorsitzenden antreten. Er verzichtete aber darauf, als Kubicki seine Kandidatur ankündigte. Auch der nordrhein-westfälische FDP-Chef Henning Höne zog seine Bewerbung für den Parteivorsitz wieder zurück. Kubicki sieht es als seine wichtigste Aufgabe, die FDP zurück in den Bundestag zu führen. Seine Kandidatur begründet er mit seiner politischen Erfahrung und seiner Bekanntheit, die der Partei wieder zu mehr öffentlicher Aufmerksamkeit verhelfen soll. Auf Kubickis Vorschlag hin sollen die Delegierten auf dem Parteitag zudem den früheren bayerischen FDP-Landeschef Martin Hagen zum Generalsekretär wählen. Kubicki trat 1971 in die FDP ein. Der Jurist war von 1992 bis 2017 Abgeordneter im Landtag von Schleswig-Holstein. Dem Bundestag gehörte er von 1990 bis 1992 an, kurzzeitig im Jahr 2002 sowie dann wieder ab 2017. Von 2017 bis 2025 war er Vizepräsident des Bundestags. Von 1989 bis 1993 war er Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein, seit 2013 ist er stellvertretender Bundesvorsitzender. Die neue Parteiführung wird nur für ein Jahr gewählt. Erste wichtige Aufgaben sind die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im September. In allen drei Ländern liegt die FDP aktuell in den Meinungsumfragen bei unter fünf Prozent. Im April kommenden Jahres stehen zudem die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen an. Die nächste Bundestagswahl findet turnusgemäß 2029 statt. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.