Datum30.05.2026 09:36
Quellewww.spiegel.de
TLDREin US-Schulbezirk in Kentucky hat einen Vergleich über 27 Millionen Dollar mit Social-Media-Unternehmen wie Meta und TikTok erzielt. Diese Unternehmen werden beschuldigt, süchtig machende Technologien zu entwickeln, die psychische Probleme bei Schülern verursachen. Der Bezirk ist einer von etwa 1200, die Klagen gegen Tech-Giganten wegen hoher Kosten für psychologische Hilfe eingereicht haben. Der Vergleich deckt die Kosten für den Bezirk und beendet einen geplanten Prozess. Andere Gerichtsverfahren gegen solche Unternehmen laufen noch.
InhaltMit Klagen versuchen zahlreiche Schulbezirke in den USA die Techkonzerne für die psychischen Folgen von Social Media verantwortlich zu machen. Ein Bezirk aus Kentucky hat sich nun mit mehreren Unternehmen geeinigt. Im Streit über die Verantwortung für die psychischen Folgen durch Social Media hat sich ein Schulbezirk in den USA mit mehreren Konzernen auf einen Vergleich geeinigt. Der Bezirk Breathitt County im US-Bundesstaat Kentucky soll demnach rund 27 Millionen Dollar erhalten. Breathitt County ist einer von insgesamt rund 1200 Schulbezirken in den USA, die juristisch gegen Meta, Snap, TikTok und YouTube vorgehen. Sie beschuldigen die Unternehmen, süchtig machende Technologien entwickelt zu haben, die erhebliche Kosten für psychologische Beratung und andere Hilfsangebote verursachen, für die bislang die Schulen aufkommen müssen. Durch den Vergleich ist ein ursprünglich für Juni geplanter Prozess vom Tisch, der für die Social-Media-Konzerne womöglich ein weiteres Urteil bedeutet hätte. Bereits im März war im Streit über die psychischen Folgen der Netzwerke für vor allem junge Nutzer eine Entscheidung gegen die Google-Mutter Alphabet sowie den Instagram- und WhatsApp-Konzern Meta ergangen. Meta habe über Risiken seiner Angebote nicht ausreichend informiert, entschied ein Gericht in Los Angeles, das Unternehmen erhielt eine Strafe. Meta-Gründer Mark Zuckerberg hatte die Vorwürfe im Prozess zurückgewiesen . Der nun in Kentucky geschlossene Vergleich sieht vor, dass Meta rund neun Millionen Dollar an den Schulbezirk zahlen muss, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Unterlagen berichtet, die die finanziellen Bedingungen des Vergleichs offenlegen. Snap und die TikTok-Muttergesellschaft ByteDance hatten demnach zuvor bereits jeweils acht Millionen Dollar, die YouTube-Muttergesellschaft Alphabet 2,01 Millionen Dollar gezahlt. Die Unternehmen hatten sich gegen die Vorwürfe des Schulbezirks gewehrt. Sie erklärten, sie ergriffen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz junger Nutzer. Ursprünglich hatte der Schulbezirk mehr als 60 Millionen Dollar gefordert, um die Kosten zu decken. Zudem hatte der Bezirk eine gerichtliche Anordnung zu Änderungen bei den Plattformen gefordert, um süchtig machende Funktionen zu reduzieren. Zum Vergelich: Im März in Los Angeles hatte eine Jury einer 20-jährigen Frau allein eine Millionensumme zugesprochen, die sagte, sie sei als Kind süchtig nach sozialen Medien geworden. Tausende ähnliche Klagen von Einzelpersonen, Kommunen und Schulbezirken sind in den USA noch anhängig. Für die Social-Media-Konzerne stellen sie ein finanzielles Risiko dar. Lesen Sie hier zum Jugendschutz in den Sozialen Medien einen Gastbeitrag von Marina Weisband: Junge Menschen wissen, dass Social Media nicht guttut .