Datum30.05.2026 06:30
Quellewww.zeit.de
TLDRBerlin-Friedrichshain: Eine Sportdemo im Volkspark protestiert gegen den Abriss des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ). Die Bürgerinitiative "SEZ für alle" kämpft für den Erhalt der Anlage, während der Senat Wohnungsbau auf dem Gelände plant. Alternativvorschläge sehen eine Bebauung mit Hochhäusern und gleichzeitigem Erhalt von Teilen des SEZ vor. Der ursprünglich für März geplante Abriss wurde aufgrund artenschutzrechtlicher Bedenken gestoppt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Stadtentwicklung“. Lesen Sie jetzt „Tauziehen gegen Abriss: Sportdemo für den Erhalt des SEZ“. Mit einer Sportdemo im Volkspark Friedrichshain soll am Nachmittag (ab 14 Uhr) ein Zeichen gesetzt werden: für den Erhalt des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ). "Berlin braucht Flächen für Sport! Berlin braucht das SEZ! Deshalb kommt zur großen Sportdemo", heißt es im Aufruf, den die Bürgerinitiative "SEZ für alle" unter anderem bei Instagram verbreitete. An der Großen Kuhle im Volkspark Friedrichshain gibt es am Nachmittag "Medizin nach Noten" - so hieß eine rund zehnminütige Gymnastiksendung im DDR-Fernsehen - sowie ein großes Tauziehen und danach ein Bobby-Car-Wettrennen. Auch Redebeiträge stehen auf dem Programm. Für den Berliner Senat ist es seit langem beschlossene Sache: Das SEZ kommt weg. Nach dem Abriss sollen auf dem Areal Wohnungen gebaut werden. Aber gegen die Pläne gibt es erheblichen Protest und auch Ideen. Das neue Bündnis "SEZ-Quartier neu Denken" etwa sieht eine Bebauung mit vier Hochhäusern vor - und gleichzeitig den Erhalt zentraler Teile des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums, das in der DDR weit über Berlin hinaus bekannt war. Bei der zum Teil erbitterten Debatte um die Abrisspläne geht es auch darum, ob ein weiteres Stück DDR-Architektur in Berlin verschwinden soll - ähnlich wie der Palast der Republik am Boulevard Unter den Linden. Im SEZ gab es einst unter anderem ein Schwimmbad, mehrere Restaurants, eine Eisbahn, Bowlingbahnen und Tischtennisplatten. Der Abriss des verfallenen Komplexes sollte eigentlich Anfang März beginnen. Doch kurz zuvor stoppte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg die Pläne -mit Hinweis auf artenschutzrechtliche Bedenken. © dpa-infocom, dpa:260530-930-149340/1