Südsudan: Millionen Menschen im Südsudan brauchen dringend Lebensmittelhilfen

Datum30.05.2026 05:27

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Südsudan sind über sieben Millionen Menschen von Hunger betroffen, was mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmacht. Insbesondere im Jonglei-Bundesstaat leiden hunderttausende unter katastrophalem Hunger. Die UN spricht von einer kritischen Situation, die sofortige Aufmerksamkeit erfordert, um Menschenleben zu retten. Steigende Unterernährung bei Kindern und Müttern ist besonders besorgniserregend. Die einsetzende Regenzeit erschwert den Transport von Hilfsgütern, die dringend benötigt werden. Das Welternährungsprogramm benötigt weitere 227 Millionen Euro.

InhaltIm von Gewalt zerrütteten Südsudan leiden mehr als sieben Millionen Menschen an Hunger. Helfern bleibt wenig Zeit, um Lebensmittel in die betroffenen Gebiete zu bringen. Im Südsudan sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als sieben Millionen Menschen auf sofortige Lebensmittelhilfen angewiesen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes brauchen "dringend Nahrungsmittelhilfen", sagte die beim Welternährungsprogramm (WFP) für den Südsudan zuständige Direktorin Mutinta Chimuka. "Die Situation ist kritisch und erfordert sofortige Aufmerksamkeit, um Menschenleben zu retten", fügte sie hinzu. Besonders brisant sei die Situation im Bundesstaat Jonglei. Dort litten hunderttausende Menschen unter "katastrophalem Hunger", sagte Chimuka. Etwa 12.000 von ihnen befänden sich derzeit in einer "äußerst kritischen Phase" der Ernährungsunsicherheit. "Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg starker Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren und stillenden Müttern", sagte Chimuka. In der umkämpften Stadt Akobo konnte das WFP den Angaben zufolge mehr als 60.000 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen. Allerdings könnte die einsetzende Regenzeit den Transport von Hilfsgütern bald unmöglich machen. "Das Zeitfenster ist wirklich sehr, sehr eng", sagte Chimuka. Das WFP benötige rund 227 Millionen Euro um weiter Hilfe leisten zu können. Der Südsudan hatte sich 2011 vom Sudan abgespalten. Zwischen Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und jenen von Vizepräsident Riek Machar herrscht seit Jahren ein Konflikt, der in den vergangenen Monaten wieder aufgeflammt war. Ein 2018 geschlossenes Friedensabkommen, das einen fünfjährigen Bürgerkrieg mit rund 400.000 Todesopfern beendet hatte, ist Anfang des Jahres gescheitert.