Datum30.05.2026 00:19
Quellewww.spiegel.de
TLDRSenta Berger erhielt für ihre Rolle in "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" den Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin. Ihr Sohn, Regisseur Simon Verhoeven, würdigte ihre Leistung emotional. Das Drama "In die Sonne schauen" gewann zehn Preise, darunter die Goldene Lola als bester Spielfilm. Weitere Auszeichnungen gingen an August Diehl, Wim Wenders (Ehrenpreis) und "Das Kanu des Manitu" (besucherstärkster Film).
InhaltSenta Berger (85) erhält für ihre Rolle in "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" den Deutschen Filmpreis. Auf der Bühne kommt es zu einem sehr persönlichen Moment. Schauspielerin Senta Berger (85) ist für ihre Rolle in der Buchverfilmung "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet worden. Berger nahm den Preis als beste Hauptdarstellerin bei der Verleihung in Berlin entgegen. Im Film ihres Sohnes Simon Verhoeven ist die Schauspielerin als Großmutter des Protagonisten Joachim zu sehen. Sie sei heute Abend sehr glücklich, sagte Berger, die Standing Ovations bekam. Sie fügte hinzu: "Ich bin aber aufgeregt. Ich bin erst morgen glücklich. Heute ist es einfach zu viel." Zuvor hatte Verhoeven seine Mutter auf der Bühne gewürdigt. "Wenn man mit seiner Mutter einen Film dreht, so führt das natürlich dazu, dass man als Regisseur am Set ständig 'Mama' sagt. Was nicht unbedingt ideal ist oder autoritätsfördernd, aber in diesem Fall war es ganz wunderbar." Er habe seine Mutter besetzt, weil sie die beste Schauspielerin für die Rolle gewesen sei, sagte Verhoeven. Und trotzdem sei er jeden Tag aufs Neue überrascht worden. "Ich habe eine andere Frau gesehen, eine Frau, die mir fremd war und die mir trotzdem so nahe kam." "Ich habe deine Verletzlichkeit gesehen, deine Empfindsamkeit, deinen Humor, dein Herz, aber in einer neuen Form, einer neuen Hülle, einem neuen Rhythmus, einem anderen Menschen", sagte er. "Mama, ich gratuliere dir zu deiner allerersten Nominierung für den Deutschen Filmpreis mit 85 Jahren." Als sie die Auszeichnung gewann, gab er ihr ein Küsschen. Senta Berger war nicht die einzige Gewinnerin des Abends. Das Drama "In die Sonne schauen" von Mascha Schilinski gewann gleich zehn Auszeichnungen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Der Film erzählt von mehreren Frauen, die in unterschiedlichen Zeitebenen auf einem Bauernhof leben, und war auch mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen. Er wurde unter anderem für die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Als bester Hauptdarsteller wurde August Diehl für seine Leistung in "Das Verschwinden des Josef Mengele" ausgezeichnet. Zum besten Dokumentarfilm wurde "Siri Hustvedt – Dance Around the Self" gekürt. Die Lola für den besten Kinderfilm ging an "Zirkuskind". Als besucherstärkster Film wurde in diesem Jahr "Das Kanu des Manitu" von Michael "Bully" Herbig ausgezeichnet. Regisseur Wim Wenders ("Perfect Days", "Paris, Texas") erhielt für seine Verdienste um den deutschen Film den Ehrenpreis. Der Filmemacher nutzte die Bühne, um über eine umstrittene Nacktszene in seinem Film "Falsche Bewegung" von 1975 zu sprechen – mehr dazu hier. Ähnlich wie bei den Oscars in den USA konnten die rund 2400 Mitglieder der Deutschen Filmakademie über viele der Preisträgerinnen und Preisträger abstimmen.