Datum29.05.2026 21:34
Quellewww.zeit.de
TLDRBerlins Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, hat seine Bitte um Entlassung zurückgezogen. Zuvor hatte er um Enthebung von seinen Aufgaben gebeten, nachdem Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit der Insolvenz seiner Firma bekannt wurden. Hundt begründet die Rücknahme mit der Enttäuschung über die anhaltende mediale Kampagne und der Überzeugung, dass die Vorwürfe haltlos seien.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Personalie“. Lesen Sie jetzt „Staatssekretär Hundt nimmt Bitte um Entlassung zurück“. Wende nach dem angekündigten Rücktritt des Berliner Staatssekretärs für Digitalisierung: Matthias Hundt nimmt seine Bitte um Entlassung wieder zurück. Das teilte sein Medienanwalt Ralf Höcker auf Anfrage mit. Zuvor berichtete der "Tagesspiegel". Erst am Dienstag hatte Hundt erklärt, er habe den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Hundt war gut zwei Monate im Amt. Eine Senatssprecherin hatte gesagt, Wegner werde der Bitte entsprechen. Auf Anfrage am Abend äußerte sich die Berliner Senatskanzlei bislang nicht zu der Kehrwertwende beim Rücktrittsgesuch. Der Anwalt von Hundt teilte am Abend mit: "Mein Mandant bittet aus zwei Gründen nicht mehr um seine Entlassung: Zum einen hat er sich sehr über das offensichtlich gezielt gestreute Gerücht geärgert, er sei mit seinem angekündigten Rücktrittsangebot lediglich seiner Entlassung zuvorgekommen. Der Mandant hatte die Erwartung, dass die mediale Kampagne gegen ihn mit seinem Rücktrittsangebot ein Ende haben würde. Diese Hoffnung wurde leider enttäuscht." Vor allem aber seien die gegen ihn erhobenen Vorwürfe haltlos. "Für die SDC Sachsen Digital Consulting GmbH findet nun eine Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung Bund statt, um zu klären, ob überhaupt offene Beitragsforderungen bestehen. Für die Insolvenz der Humboldt Capture Germany GmbH trägt der Mandant keine Verantwortung. Er war dort nie Gesellschafter, sondern nur Fremdgeschäftsführer und das auch nur bis Herbst 2024." Zuvor war durch Recherchen von MDR und RBB bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Dresden im Kontext der Insolvenz einer Firma Hundts ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft Dresden wurde am 25. November 2025 ein Insolvenzverfahren über das Vermögen von Hundts Beratungsunternehmen SDC Sachsen Digital Consulting GmbH eröffnet. Der gebürtige Dresdner Hundt, Jahrgang 1969, war erst Mitte März zum Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in der Berliner Senatskanzlei ernannt worden. Er folgte auf Martina Klement, die als Wirtschaftsministerin in die Brandenburger Landesregierung wechselte. Der Regierende Bürgermeister Wegner musste sich wegen der Personalie Hundt Kritik unter anderem von der SPD und den Grünen gefallen lassen. Ein Nachfolger wurde bereits angekündigt: Florian Hauer übernehme die Aufgaben zusätzlich zu seinen bisherigen Tätigkeiten als Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten, hatte es am Mittwoch in einer Mitteilung aus der Senatskanzlei geheißen. © dpa-infocom, dpa:260529-930-148566/1