Datum29.05.2026 19:33
Quellewww.spiegel.de
TLDRIsrael hat seine militärischen Operationen im Libanon gegen die Hisbollah ausgeweitet und den Litani-Fluss erreicht. Die Kreuzfahrerburg Beaufort wurde erstmals seit 26 Jahren wieder bombardiert. Dies geschieht im Kontext intensiver Kämpfe mit zahlreichen Opfern, insbesondere Kindern. Treffen von Militär- und Regierungsvertretern in Washington sollen in Washington eine Waffenruhe herbeiführen, die von der Hisbollah abgelehnt wird, deren Ziel die Vernichtung Israels ist.
Inhalt30 Kilometer nördlich der Grenze: Israels Premier Benjamin Netanyahu hat dem Militär den Marschbefehl über den Litani-Fluss gegeben. Im Kampf gegen die Hisbollah rückt nun auch ein weiterer hochsymbolischer Ort in den Fokus. Die israelische Armee hat ihren Einsatz gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im benachbarten Libanon in den vergangenen Tagen massiv ausgeweitet. Israels Premier Benjamin Netanyahu hat bei einem Truppenbesuch im Grenzgebiet nun erklärt, dass das Militär den Litani überquere. Der Fluss verläuft etwa dreißig Kilometer nördlich der Grenze. Zudem bringen sich nach übereinstimmenden israelischen Medienberichten Soldaten in der Nähe der Kreuzfahrerburg Beaufort in Stellung. Es ist das erste Mal seit rund einem Vierteljahrhundert, dass die Israelis dort Position beziehen. Beaufort hat hohe symbolische Bedeutung: Bei dem israelischen Militäreinsatz wurden nach offiziellen Angaben seit Anfang März mehr als 3300 Menschen getötet. Allein in den vergangenen sieben Tagen wurden laut Uno-Kinderhilfswerk Unicef vom Freitag mindestens 15 Kinder getötet und mehr als 60 weitere verletzt. Für Freitag ist ein Treffen von Militärvertretern Israels und des Libanon in Washington angesetzt. Das Treffen findet im Vorfeld einer neuen direkten Gesprächsrunde zwischen beiden Ländern am 2. und 3. Juni statt. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt die direkten Gespräche zwischen dem Libanon und Israel sowie das unter Vermittlung der USA geschlossene Waffenruhe-Abkommen ab. Die Stimmung in dem Ex-Bürgerkriegsland ist angespannt. Hisbollah-Chef Naim Kassim hat erst Anfang der Woche zum Sturz der Regierung im Libanon aufgerufen. Der Libanon war durch neue Angriffe der Hisbollah auf Israel in den Irankrieg hineingezogen worden.