Debatte über »Kanzlertausch«: Wüst weist Gerüchte über »Kanzlertausch« zurück und unterstützt Merz

Datum29.05.2026 19:20

Quellewww.zeit.de

TLDRNRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat Spekulationen über einen "Kanzlertausch" vehement zurückgewiesen und Friedrich Merz volle Unterstützung zugesagt. Wüst bezeichnete die Gerüchte, wonach er Merz als Kanzler ersetzen könnte, als "Quatsch" und warnte vor solchen Personalspekulationen. Er betonte, dass Merz entschlossen die großen Aufgaben angehe und sich auf die volle Unterstützung der nordrhein-westfälischen CDU verlassen könne. Der Hintergrund sind Berichte über angebliche Überlegungen innerhalb der Union angesichts schlechter Umfragewerte.

InhaltWird Friedrich Merz durch NRW-Regierungschef Hendrik Wüst als Kanzler abgelöst? Entsprechende Spekulationen seien "Quatsch", sagt Wüst und stellt sich hinter Merz. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat Spekulationen über einen möglichen "Kanzlertausch" klar widersprochen und Bundeskanzler Friedrich Merz seine volle Unterstützung zugesagt. "Die Spekulationen der vergangenen Tage sind einfach Quatsch", sagte Wüst der Nachrichtenagentur dpa. "Ich kann vor solchen Gerüchten und Personalspekulationen auch nur warnen." Merz gehe seine großen Aufgaben für Deutschland in Europa und der Welt mit großer Entschlossenheit an, sagte Wüst. "Dabei hat er meine volle Unterstützung." Bei seiner Arbeit könne sich Merz auf die nordrhein-westfälische CDU verlassen. "Die Herausforderungen in Deutschland sind groß – nur darum geht es jetzt", sagte Wüst. Er war schon 2024 als möglicher Regierungschef gehandelt worden, stellte sich damals jedoch öffentlichkeitswirksam hinter CDU-Chef Merz, als dieser als Kanzlerkandidat bereits feststand. Hintergrund von Wüsts Äußerung sind mehrere Berichte über angebliche Überlegungen innerhalb der Union, wonach Merz angesichts schlechter Umfragewerte und der schwierigen Lage der schwarz-roten Koalition durch einen anderen Politiker ersetzt werden könnte – etwa durch Wüst. Aus dem Umfeld des Kanzlers waren die Berichte zurückgewiesen worden. Die Idee zeuge von einer "gefährlichen Lust an der Zündelei", hieß es. Kanzleramtschef Thorsten Frei warnte vor Personaldebatten und sprach von einer "unfruchtbaren Debatte". Auch Merz dementierte die Spekulationen. Über seinen Sprecher Stefan Kornelius ließ er mitteilen, Bundesregierung und Kanzler seien "auf den Reformprozess konzentriert". Alle anderen Themen seien "nicht relevant". Kornelius sprach von "Nebendebatten" und empfahl, diese "vorbeirauschen" zu lassen. Am kommenden Montag werden Wüst und Merz in Meschede zu einer internen Klausur auf Einladung der nordrhein-westfälischen CDU zusammenkommen. Das Treffen der Führung der NRW-CDU mit den Abgeordneten in Land, Bund und Europa sei eine wichtige Zusammenkunft im Jahr vor der Landtagswahl in NRW, sagte Wüst. "Ich freue mich, dass wir für dieses Arbeitstreffen im Sauerland zu Gast sind, der Heimat von Friedrich Merz, und dass er selbst dabei sein kann."