Irakischer Parlamentskandidat kurz vor Wahlen bei Bombenanschlag getötet

Datum15.10.2025 15:50

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer sunnitische Parlamentskandidat Safaa al-Maschhadani wurde in Tarmijah, Irak, bei einem Bombenanschlag getötet, nur vier Wochen vor den Parlamentswahlen am 11. November. Der Anschlag wurde von der Souveränitätsallianz als "feiges Verbrechen" verurteilt und als Teil einer größeren Verschwörung zur Einschüchterung von Kandidaten bezeichnet. Ministerpräsident Mohammed al-Sudani ordnete Ermittlungen an. Der Vorfall verstärkt Ängste vor politischer Gewalt im Irak und könnte die Spannungen zwischen schiitischen und sunnitischen politischen Gruppierungen verschärfen.

InhaltIn vier Wochen stehen im Irak die Parlamentswahlen an. Einer der sunnitischen Kandidaten wurde durch eine Autobombe getötet. Das Parlament spricht von einem feigen Terrorakt. Ein Kandidat für die bevorstehenden Parlamentswahlen ist im Irak getötet worden. Safaa al-Maschhadani sei ums Leben gekommen, als eine unter seinem Fahrzeug angebrachte Sprengladung explodierte, meldete die staatliche Nachrichtenagentur INA unter Berufung auf lokale Sicherheitsbehörden. Der Anschlag ereignete sich den Angaben zufolge am Morgen in der Stadt Tarmijah, rund 40 Kilometer nördlich von Bagdad. Vier weitere Personen, die sich mit ihm im Fahrzeug befanden, seien bei dem Vorfall nördlich der Hauptstadt Bagdad verletzt worden. Ministerpräsident Mohammed al-Sudani ordnete demnach Ermittlungen an, um die Hintergründe der Tat zu klären. Maschhadani war Mitglied des Provinzrats von Bagdad und Kandidat eines sunnitischen Wahlbündnisses, der Souveränitätsallianz. Die Souveränitätsallianz verurteilte den Anschlag als "feiges Verbrechen" und beschuldigte "Kräfte des unkontrollierten Waffenbesitzes und des Terrorismus", die "freie nationale Stimmen zum Schweigen bringen wollen". Es sei Teil einer größeren "Verschwörung", um Kandidaten einzuschüchtern und die Sicherheitslage in dem mehrheitlich sunnitischen Gebiet zu verzerren. Es hieß, der Politiker habe bereits zuvor andere Attentatsversuche überlebt. Parlamentssprecher Mahmud al-Maschhadani verurteilte den Anschlag als "feigen Terrorakt" und forderte die Behörden auf, die Täter vor Gericht zu bringen. Der Provinzrat von Bagdad bezeichnete den Getöteten als "eines seiner kompetentesten Mitglieder" und kritisierte das Innenministerium für seinen mangelnden Schutz. Der Vorfall weckt erneut Ängste vor politisch motivierter Gewalt im Irak, die an frühere Jahre konfessioneller Konflikte erinnern. Beobachter warnen, der Mord könnte die Spaltung zwischen proiranischen schiitischen Blöcken und neu entstehenden sunnitischen Allianzen, die um Einfluss konkurrieren, vertiefen. Die Wahl ist für den 11. November angesetzt.