Datum21.11.2025 13:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Landkreis Mansfeld-Südharz wurden 130 Hunde aus katastrophalen Bedingungen gerettet. Der Landkreis plant, die Staatsanwaltschaft zu informieren, da Hinweise auf Straftaten bestehen. Die Tiere waren in einem vermüllten Grundstück untergebracht und zeigten teils aggressives Verhalten. Das Veterinäramt wurde auf die Missstände aufmerksam gemacht. Der Landkreis hat monatliche Kosten von 50.000 Euro für die Unterbringung der Hunde eingeplant und prüft, ob die Halterin für diese Kosten aufkommen muss. Fälle von "Animal Hoarding" nehmen bundesweit zu.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tierwohl“. Lesen Sie jetzt „Verwahrloste Hunde: Landkreis informiert Staatsanwaltschaft“. Nachdem in Mansfeld-Südharz 130 Hunde aus schlechter Haltung gerettet wurden, sieht der Landkreis "genügend Ansatzpunkte für begangene Straftaten". Deshalb werde der Landkreis den Fall an die Staatsanwaltschaft geben, teilte Landrat André Schröder mit. Außerdem wolle der Landkreis festgestellte Ordnungswidrigkeiten "streng ahnden", sagte der CDU-Politiker. Die Tiere waren laut Landkreis in "katastrophalen Umständen" auf einem Privatgrundstück in einem Ortsteil von Mansfeld gefunden worden. Sie wurden in mehrere Tierheime gebracht. Das Veterinäramt war durch einen Hinweis auf die Bedingungen aufmerksam gemacht worden. Die Tiere seien zum Teil aggressiv gewesen. Das Grundstück sei vermüllt und das Haus, in dem die Besitzerin mit den Tieren lebte, deutlich zu klein, hatte der Landkreis erklärt. Mehr als 100 der Hunde, bei denen es sich offenbar um Mischlinge handelt, seien demnach in einem besorgniserregenden Zustand. Inzucht unter den Tieren könne nicht ausgeschlossen werden. Der Landkreis wollte auch prüfen, inwiefern die Frau für die Kosten des Einsatzes aufkommen müsse. Für die Unterbringung und Verpflegung der Tiere sollen monatlich 50.000 Euro zur Verfügung gestellt werden - zunächst vom Landkreis, hieß es. Das Geld solle aber bei der Halterin eingefordert werden. Sei dies nicht möglich, müsse der Kreis dafür aufkommen, hieß es weiter. Den Angaben nach seien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Veterinäramts immer häufiger mit Verwahrlosung, Missständen und Überforderung mit der Haltung von Tieren konfrontiert. Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet seit einigen Jahren Fälle von sogenanntem Animal Hoarding. Der englische Begriff lässt sich in etwa mit "Tierhorten" übersetzen. Er wird etwa dann benutzt, wenn sich Menschen zwanghaft mit einer so großen Anzahl Tieren umgeben, dass sie mit deren Haltung überfordert sind. Laut Tierschutzbund steigt die Zahl bekannter Fälle von Animal Hoarding in Deutschland, der Verein erfasste für vergangenes Jahr 147 solcher Fälle mit 8.911 betroffenen Tieren. Vermutet wird, dass es eine größere Dunkelziffer gibt. © dpa-infocom, dpa:251121-930-322152/1