Wien: 15 Jahre Haft für Angeklagten wegen Anschlagsplänen auf Taylor-Swift-Konzert

Datum28.05.2026 21:55

Quellewww.spiegel.de

TLDREin 21-jähriger Islamist wurde in Wiener Neustadt zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er plante einen Anschlag auf ein Taylor-Swift-Konzert in Wien im August 2024 und unterstützte einen weiteren Islamisten bei einem Messerangriff in Mekka. Ein Mitangeklagter erhielt 12 Jahre Haft. Beide bekannten sich schuldig und zeigten Reue. Die Anklage umfasste auch die Bildung einer Terrorzelle mit geplanten Anschlägen in Mekka, Dubai und Istanbul. Der Hauptangeklagte gestand, dass sein Motiv der Wunsch nach Ruhm beim IS war.

Inhalt2024 musste ein Konzert von Taylor Swift wegen Terrorverdachts abgesagt werden. Der Hauptverdächtige hatte bereits zu Prozessbeginn gestanden, in seinem Schlusswort zeigte sich der 21-Jährige reumütig. Für seine Anschlagspläne auf ein Taylor-Swift-Konzert und für die Bildung einer Terrorzelle ist ein 21 Jahre alter Islamist zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landesgericht Wiener Neustadt sah es als erwiesen an, dass der Österreicher mit nordmazedonischen Wurzeln im August 2024 Fans des US-Stars vor dem Ernst-Happel-Stadion in Wien attackieren wollte. Außerdem habe er einen weiteren Islamisten unterstützt, der 2024 in Mekka bei einem Messerangriff saudi-arabische Sicherheitskräfte verletzte. Das gilt als Beihilfe zum versuchten Mord. Dieses Delikt habe auch ein mitangeklagter, ebenfalls 21 Jahre alter Mann, begangen. Dafür erhielt dieser 12 Jahre Haft. In einem kurzen Schlusswort zeigte der Hauptangeklagte Reue. "Ich möchte noch sagen, dass es mir leidtut." Der gleichaltrige Mitangeklagte erklärte, er sei für die bisherige Zeit in der Haft fast dankbar, da sie ihm die Möglichkeit zur persönlichen Neuausrichtung gegeben habe. Er bat das Gericht, ihm eine zweite Chance zu geben. Der Hauptangeklagte hatte eingeräumt, dass er im August 2024 einen Anschlag auf ein Konzert des US-Stars in Wien geplant hatte. Treibende Kraft sei seine Sucht nach Ruhm gewesen, um bei der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als Held zu gelten, so seine Aussage. Er wurde kurz vor dem Konzerttermin festgenommen. (Mehr zu den Anschlagsplänen lesen Sie hier ) In dem Verfahren wog der Vorwurf der Bildung einer Terrorzelle besonders schwer. Die beiden Angeklagten sowie der in Saudi-Arabien in Haft sitzende Komplize hätten gemeinsam eine Anschlagsserie in Mekka, Dubai und Istanbul geplant, so die Anklage. Während der Verdächtige in Mekka den Anschlag ausführte, seien die beiden Angeklagten zwar nach Dubai und Istanbul gereist, hätten ihre Pläne aber in letzter Sekunde aufgegeben. Ihre ursprüngliche Absicht sei es gewesen, jeweils einen muslimischen Aufstand auszulösen, da weder die Türkei noch die Vereinigten Arabischen Emirate noch Saudi-Arabien wirklich streng muslimisch seien, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Der Hauptangeklagte habe sich nach seiner Rückkehr aus Dubai mögliche andere Ziele gesucht und sich dann für das Swift-Konzert entschieden. Die Sängerin hätte 2024 an drei aufeinanderfolgenden Tagen Konzerte im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion geben sollen. Die Polizei, die zuvor angekündigt hatte, die Sicherheitsvorkehrungen bei den Konzerten zu erhöhen, rechnete mit täglich rund 65.000 Besuchern. Anmerkung der Redaktion: Wir haben die ursprüngliche Meldung nach Verkündung des Strafmaßes umfassend aktualisiert.